Unterzuckerung äußert sich häufig durch Zittern, Heißhunger, innere Unruhe oder plötzliche Konzentrationsprobleme.

Besonders bei Menschen mit Schilddrüsenproblemen können solche Blutzuckerschwankungen auftreten, auch wenn Laborwerte unauffällig sind.

Dieser Beitrag zeigt, woran Sie Unterzuckerung erkennen und wie sich der Blutzucker im Alltag stabilisieren lässt.

Unterzuckerung

Typische Symptome einer Unterzuckerung 

Hier eine Liste typischer Beschwerden, die im Zusammenhang mit Schwankungen im Blutzuckerspiegel stehen können:

  • Aggressivität
  • Allergien
  • Alpträume
  • Ängstlichkeit
  • chronische Darmstörungen
  • Darmkrämpfe
  • das Gefühl „verrückt“ zu werden
  • ständige unerklärliche Müdigkeit
  • Depressionen
  • Ekzeme
  • Entschlusslosigkeit
  • epileptische Anfälle
  • Erschöpfung
  • Gewichtszunahme
  • geistige Verwirrung
  • Heißhungergefühle mit Zittern und/oder Übelkeit
  • Herzklopfen
  • Juckreiz
  • kalte Hände und Füße
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfweh (Migräne)
  • Müdigkeit
  • Muskelschmerzen
  • Muskelzucken
  • Neuralgien
  • Panikanfälle
  • permanentes Gähnen
  • Rückenschmerzen
  • Ruhelosigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • schlechte Verdauung
  • Schwächegefühl, Schwächeanfälle
  • Schweißausbrüche
  • Schwindel
  • Sehstörungen
  • sexuelle Unlust
  • ständig besorgt
  • trockene Haut
  • trockener Mund
  • Überaktivität
  • Übergewicht
  • Weinkrämpfe
  • Zittern

... und individuell noch andere Symptome. 

Diese lange Liste habe ich mir nicht etwa ausgedacht. Das sind alles Beschwerden, die mir Kursteilnehmer oder meine Leserinnen und Leser immer wieder mitteilen.


Weitere häufige Anzeichen bei Unterzuckerung

Wer sich auf der Liste oben nicht wiedergefunden hat, kennt vielleicht diese Situationen:

  • heftiges Verlangen nach Süßem (Jieper)
  • Reizbarkeit, wenn längere Zeit nichts gegessen wurde
  • „Ohne Kaffee/Tee läuft gar nichts“
  • ständige Müdigkeit, die nach dem Essen besser wird
  • mürrisch oder schnell verärgert sein
  • extreme Vergesslichkeit

Diese Anzeichen können Hinweise auf beginnende oder immer wieder einsetzende Unterzuckerung sein. Dies gilt vor allem dann, wenn sie regelmäßig auftreten.

Die vielfältigen Symptome werden nicht nur im Zusammenhang mit Hashimoto, Schilddrüsenstörungen oder Neurodermitis beschrieben. Sie werden auch bei anderen Autoimmunerkrankungen, Allergien und chronischen Beschwerden immer wieder genannt.

Unterzuckerung testen

Eine einmalige Nüchtern-Blutzuckermessung reicht meist nicht aus, um Schwankungen oder mögliche Unterzuckerungen sicher zu erkennen, denn dabei können ganz normale Werte auftreten.

Mein Tipp: Nicht in jedem Fall ist eine aufwendige Testung notwendig.

Oft geben bereits bestimmte Symptome deutliche Hinweise auf mögliche Schwankungen im Blutzuckerspiegel. So hat man meist schneller und klarer einen Hinweis auf Unterzuckerung als jede Messung.

Worum geht es dabei eigentlich? 

Unterzuckerung ist keine Krankheit

Viele der Beschwerden, über die Menschen mit Hashimoto und Schilddrüsenunterfunktion berichten, könnten mit Schwankungen des Blutzuckerspiegels zusammenhängen.

Dabei handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um eine Regulationsstörung des Blutzuckers.

In der Schulmedizin steht dieser Zusammenhang bislang eher selten im Fokus. Das hat auch diese Teilnehmerin so erlebt:

Seit Jahren war ich wegen meiner starken Unterzuckerungsanfälle – bis hin zum Umfallen – bei verschiedensten Ärzten. Aber es hieß immer nur: So etwas sei nicht bekannt. Ich fühlte mich überhaupt nicht verstanden.

Teresa, 35

So kommt es zur Unterzuckerung

Für Diabetiker ist die Unterzuckerung ein lebensbedrohlicher Zustand. Doch lange Jahre bevor Diabetes diagnostiziert wird, können sich bereits frühe Formen von Blutzuckerschwankungen zeigen, die zunächst unauffällig verlaufen.

Solche Schwankungen entstehen häufig dann, wenn die Bauchspeicheldrüse immer wieder größere Mengen Insulin ausschütten muss, etwa weil es regelmäßig zu raschen Anstiegen des Blutzuckerspiegels kommt.

Das kann insbesondere dann passieren, wenn es zu viele von den schnell verwertbaren Kohlenhydraten gibt wie zum Beispiel:

  • zu viel Süßkram aller Art
  • zu viel Getreide
  • zu viel stärkehaltige Gemüse wie insbesondere Kartoffeln

Dabei ist es völlig egal, von welcher Qualität diese Kohlenhydrate sind.

  • Egal ob gutes Getreide wie Reis, Hirse oder Dinkel aus dem Bioladen oder billiges Scheibenbrot aus der Tüte. Kohlenhydrate sind Kohlenhydrate und stets passiert dasselbe:
  • Der Blutzucker steigt stark an, es wird viel Insulin ausgeschüttet und es kommt zum kräftigen Abfall des Blutzuckers.

Und so ist der Weg:

Stufe 1: Niedriger Blutzucker

Sinkt der Blutzucker zu weit ab, führt das in den Zustand des niedrigen Blutzuckers. Dieser Zustand ist unangenehm, weil

  • die Energie absinkt
  • die Stimmung mies wird
  • die geistige Wahrnehmung nachlassen kann

Manche Menschen sind schon am Nachmittag so müde wie andere erst am Abend. Ein möglicher Grund dafür: Der Blutzuckerspiegel fällt zwei bis fünf Stunden nach dem Essen deutlich ab.

Typisch für Menschen mit häufig niedrigem Blutzucker sind diese Beobachtungen:

  • Süßes muss sein
  •  Kaffee wird als Muntermacher gebraucht
  • morgens nicht aus dem Bett kommen
  • nachts nicht durchschlafen können

Stufe 2: Chronisch niedriger Blutzucker

Mißachtet man die Regeln von ausgeglichener Ernährung, kann es durch die ständigen Unterzuckerungen im Laufe der Zeit zu chronisch niedrigem Blutzucker kommen.

Das ist ein Zustand, der als möglicher Risikofaktor für die Entwicklung von Prä-Diabetes gilt. Auch eine klinische Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) tritt in diesem Zusammenhang häufig auf.

Der Weg ist so:

  1. Schwankende Blutzuckerwerte können die Nebennieren belasten.
  2. Das kann sich auf die Hypophyse auswirken, die hormonelle Schaltzentrale im Gehirn.
  3. Die Schilddrüse wiederum steht unter der Steuerung dieser Achse. Gerät sie aus dem Takt, kann die Hormonproduktion beeinträchtigt sein.

Weil am Anfang der Kette der Blutzucker steht, ist es so extrem wichtig für die Schilddrüsengesundheit, dass er so stabil wie möglich bleibt.

Wenn der Blutzucker ständig Achterbahn fährt, wird es für das Hormonsystem insgesamt schwierig, im Gleichgewicht zu bleiben. Und das macht es auch der Schilddrüse schwer, optimal zu arbeiten.

Die gute Nachricht dazu: Viele berichten, dass sich das ständige Auf und Ab des Blutzuckerspiegels durch die Ernährung deutlich beruhigen ließ. 

Eine Teilnehmerin vom Mitgliederprogramm "Schilddrüse managen" schrieb:

Sylvia (38): Ich bin deutlich ausgeglichener, entspannter, gelassener, kaum noch Sorgen und Ängste.

Bei Hashimoto auf stabilen Blutzucker achten

Und jetzt nähern wir uns der Lösung des Problems mit der Ernährung. 😉 

Der Kern: Wer Schilddrüsenprobleme hat oder den Befund Hashimoto, sollte in der täglichen Ernährung darauf achten, dass es nur zu mäßigem Blutzuckeranstieg kommt.

Das ist gar nicht so schwierig. Man muss nur wissen:

Der Blutzuckerspiegel kann schnell in die Höhe getrieben werden durch Nahrungsmittel wie

  • Zucker, Schokolade, Kuchen, Kekse ...
  • Süßgetränke
  • Weißbrot, Brötchen, Nudeln
  • einseitige Getreidemahlzeiten, auch Vollkornbrot
  • Kartoffeln
  • Obst (Fruchtzucker)

Nur mäßige Schwankungen erzeugen dagegen Kohlenhydrate wie

  • fast alle Gemüse
  • Reis, Hirse und anderes Getreide als volles Korn
  • Reissirup zum Süßen (gibt es im Bioladen)

Tipps für einen stabilen Blutzucker

Vermeiden von pushenden Nahrungsmitteln ist der eine Hebel. Ein zweiter ist der Einsatz von Fetten im ganz normalen Essen.

In der Makrobiotischen Heilküche gibt es keine Empfehlungen für fettarme Ernährung, im Gegenteil: 

  • Ich habe gemeinsam mit vielen Teilnehmern die Erfahrung gemacht, dass eine reichliche Menge Kokosfett dabei hilft, den Blutzucker stabil zu halten.
  • Eine ausgewogene Kombination aus Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten kann aus meiner Sicht hilfreich sein, um die Blutzuckerbalance zu unterstützen.
  • Ein besonders wichtiger Schritt zu einem stabilen Blutzuckerspiegel besteht darin, regelmäßig zu essen und Mahlzeiten nicht auszulassen. Das gilt vor allem für das Frühstück. 

Es hat sich gezeigt: Wer regelmäßig frühstückt, berichtet eher von mehr Energie und besserer hormoneller Balance.

Elke, 59: Ich mache das jetzt seit anderthalb Wochen und ich muss sagen ich bin restlos begeistert. So gut habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt wie im Moment! Yippie

Es ist natürlich individuell verschieden, aber aus meiner Sicht lohnt es sich gerade bei Schilddrüsenthemen, dem Frühstück besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Weil das Frühstück so wichtig ist, habe ich mehr dazu diesen Beitrag geschrieben: Was ist ein gesundes Frühstück? 

Erste Hilfe mit Reisfasten

Ein möglicher Einstieg zum Ausstieg aus dem Unterzucker ist das kurze Reisfasten an einem Tag in der Woche. Genaue Anleitung wie man das macht gibt es hier im Ebook zum Reisfasten.

Auch hier gilt: Allein das Reisfasten bringt nicht die komplette Lösung. Wie immer muss die Grund-Ernährung stimmen, damit es zu keinen starken Blutzuckerschwankungen kommt.

Dafür empfehle ich die Makrobiotische Heilküche. Aus meiner Sicht und Erfahrung bietet sie eine bewährte Basis für einen stabilen Blutzucker.

Cover des kostenlosen E-Books „Die Leber im Blick“

Gratis-Ebook 

Erhalte mein kleines Ebook mit Checklisten, die helfen können, Körpersignale der Leber klarer einzuordnen.

Hallo, ich bin

Jutta Bruhn

Heilpraktikerin mit über 30 Jahren Erfahrung. Autorin von E-Books und dem Kursprogramm „Schilddrüse managen“. Als Gründerin der Makrobiotischen Heilküche unterstütze ich Menschen mit Schilddrüsenproblemen, Hashimoto und Verdauungsbeschwerden dabei, Wohlbefinden und Lebensqualität mit einfachem Essen zu fördern. 

Aktualisiert am 06.02.2026

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information rund um Ernährung. Er ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Verdacht auf eine Erkrankung wenden Sie sich bitte an eine ärztliche oder medizinische Fachperson.


  1. Hallo Frau Bruhn, ich leide seit 18 Jahren extrem unter Hashimoto und würde nichts lieber tun als gesund zu essen. Jedoch ist eines meiner Hauptprobleme das ich nichts gesundes durch den Hals kriege. Kann das am L Thyroxin liegen?
    Viele Grüße, Susanne H.

{"email":"E-Mail-Adresse ungültig.","url":"Website address invalid","required":"Dies ist ein Pflichtfeld. "}

Success message!
Warning message!
Error message!