2 Fragen und Antworten

Laktoseintoleranz zu haben bedeutet, dass der Darm krank ist.

Nach dem Verzehr von Milchzucker in Milchprodukten kann es zu recht unangenehmen Verdauungsbeschwerden kommen. Dazu gehören Kopfschmerzen und Blähungen.

Deshalb ist der erste Schritt bei Laktoseintoleranz das Weglassen von Milch- und Milchprodukten.

Das allein reicht aber nicht, um den kranken Darm zu heilen. Um wirklich aus der Laktoseintoleranz raus zu kommen, sollte die ganze Ernährung stimmen.

Kranker Darm bei Laktoseintoleranz

Eigentlich ist es für erwachsene Menschen normal, Milchzucker nicht zu vertragen.

Das ist so bei Menschen aus Kulturen, in denen es nicht üblich ist, Milch zu trinken oder Käse, Joghurt, Quark & Co. zu essen. Sie haben eine ganz natürliche Laktoseintoleranz.

Um diese Art der Intoleranz (= Unverträglichkeit) geht es in diesem Beitrag nicht, sondern um die krankhafte Form.

Solange der Darm gesund ist, wird Milchzucker von vielen Erwachsenen toleriert.

Das bedeutet aber nur, dass die ausgelösten Beschwerden noch nicht als störend empfunden werden. Man ist auch nicht sofort krank.

Frühzeichen: Blähungen

Sehr viele Erwachsene und Kinder werden nach Milch und/oder Milchprodukten wie Käse oder Quark von Blähungen geplagt.

Das ist ein Zeichen für Irritationen des Darms. Aber nur selten wird der Zusammenhang von Milchprodukten als Auslöser hergestellt.

Allgemein zeigen diese Blähungen die schwere Verdaulichkeit von Milchprodukten an. Eigentlich sollte man die Blähungen als Frühzeichen einer sich anbahnenden späteren Unverträglichkeit beachten - das macht aber kaum jemand. 🙁

Laktoseintoleranz kommt selten allein

Man muss sich im Klaren darüber sein, dass eine Intoleranz (= Unverträglichkeit) selten alleine kommt.

Weit verbreitet und sehr oft gleichzeitig auftretend sind auch:

  • Gluten-Sensibilität = die häufigste Form der Unverträglichkeit von glutenhaltigem Getreide
  • Gluten-Unverträglichkeit = Zöliakie
  • Histaminintoleranz
  • Fructoseintoleranz
  • Sorbit- und allen andere Intoleranzen
  • Allergien

Im Anfangsstadium ist meist nicht genau zu unterscheiden, um welche Intoleranz es sich handelt. Oft ist es auch eine Mischform oder man hat womöglich alle auf einmal! 🙁

So genau weiß das niemand und im Labor kann man den Nachweis erst dann erbringen, wenn das Vollbild der Krankheit schon da ist.

Lange davor gibt es frühe Warnzeichen, wie zum Beispiel die oben erwähnten Blähungen. 

Ein Leaky-Gut-Syndrom entsteht

Werden Blähungen nicht als Frühzeichen beachtet, können sie im Laufe der Jahre dazu beitragen, dass Minimalentzündungen im Darm ablaufen.

Dies kann das mittlerweile bekannte Leaky-Gut-Syndrom auslösen. Dabei geht es darum, dass die Darmwand "löchrig" geworden ist, wodurch die normale Darmtätigkeit erheblich gestört wird, wie man sich leicht vorstellen kann.

Es kommt zu Beschwerden wie

  • Bauchschmerzen
  • heftige Blähungen (Fachwort: Flatulenzen)
  • Durchfall abwechselnd mit Verstopfung (frühe Symptome bei Reizdarmsyndrom)
  • Übelkeit

All dies sind keine wirklichen Frühzeichen mehr und bei entsprechender Untersuchung kann nun die Diagnose Laktoseintoleranz gestellt werden.

Je nach Stadium des Leaky-Gut-Syndroms kann sogar schon eine Darmerkrankung wie Morbus Crohn, Reizdarm oder Zöliakie vorliegen.

  • Man muss natürlich nicht bei jeder kleinen Blähung gleich an eine Intoleranz denken - aber aufmerksamkeit sollte man sein und schon mal vorsorglich aus den Milchprodukten aussteigen.
  • Alarm ist geboten, wenn es öfter mal im Bauch kneift oder womöglich öfter Durchfall eintritt, den man sich nicht wirklich erklären kann.

Erster Schritt: Milch und Milchprodukte vermeiden

Bei Laktoseintoleranz und allen erwähnten Erkrankungen müssen gemieden werden

  1. 1
    Milch von Kuh, Schaf, Ziege ...
  2. 2
    Milchprodukte wie Käse, Joghurt, Quark, Sahne, Kaffeesahne ...
  3. 3
    Produkte die Milch enthalten wie Gebäck und Schokolade ...
  4. 4
    Kantinenessen mit Zutaten die Milch enthalten
  5. 5
    Fertigessen = "take aways" wie Pizza, Burger, Bagels ...
  6. 6
    alle Medikamente, die Milchzucker als Trägerstoff enthalten 

Dazu zwei Tipps: 

Essen unterwegs

Die größte Chance, keine Milchprodukte zu erhalten besteht in asiatischen Restaurants, weil in Asien traditionell keine Milch verwendet wird. 


Sushis sind das ideale Essen bei Laktoseintoleranz.

Medizin ohne Milchzucker

Unbedingt darauf achten, dass homöopathische oder homöopatisch aufbereitete Arzneien keinen Milchzucker als Trägerstoff enthalten. 


Schon ein einziges Kügelchen kann Durchfall auslösen, je nach Empfindlichkeit. 


Deshalb weicht man auf die Gabe in Tropfenform aus, zum Beispiel bei Schüssler Salzen. 

Niemand braucht Kuhmilch 

Übrigens: Milch und Milchprodukte zu meiden ist immer richtig, auch wenn man sie scheinbar gut verträgt.

Oft kommt die Reue viele Jahre später. Meist ist dann der Zusammenhang von Krankheiten und Milchkonsum nicht klar. 

Niemand braucht Kuhmilch, schon gar nicht Kinder. Wer seinem Kind Ohrenschmerzen, Halsschmerzen und ständige Erkältungen ersparen will, läßt als erstes die Milch weg. Wenn das merkwürdig für Dich kingt, dann lies hier nach, warum Milch und Milchprodukte nicht gesund sind.

Oder lass Dich überzeugen durch das Buch des Kinderarztes Dr. Oski "Don't drink your milk", zu dem es diese Buchbesprechung auf deutsch gibt.


Mit Frühzeichen wie Schmerzen und Durchfall kündigt der Körper an: Was du vorhin gegessen hast, bekommt mir nicht, laß es bitte sein.

Und genau das ist die Lösung:

Die Ernährung ändern und dazu gehört auch, die Milch- und Milchprodukte wegzulassen.

Heilung mit Makrobiotischer Heilküche (MBH)

Laktosefreie Ernährung ist einer von mehreren Schritten, die helfen den Darm und das Lymphsystem gesund zu halten.

Eine Teilnehmerin vom Mitgliederprogramm "Schilddrüse managen" schreibt:

"Ich kann von meiner Laktoseintoleranz berichten. Sie ist quasi nicht mehr vorhanden. Ich esse zwar kaum Milchprodukte, aber vor der Ernährungsumstellung haben schon Spuren davon gereicht, um meine Verdauung zur Rebellion zu bringen! Mein Darm hat sich super erholt!"

Sonst mache ich ja keine Versprechungen, aber heute doch mal: 😉

Wer sich nach der Makrobiotischen Heilküche (MBH) ernährt, wird keine Milchprodukte vermissen. 

Genau wie Millionen Menschen im ganzen asiatischen Raum keine Milch trinken (jedenfalls traditionell nicht), so können auch wir ohne Milch bestens leben und behalten trotzdem gesunde Knochen.

Übrigens: Wer Milch- und Milchprodukte meidet, "behandelt" damit nicht nur die Laktoseintoleranz, sondern gleichzeitig alle anderen Unverträglichkeiten, ob schon vorhanden oder im Anmarsch und beugt weiterer Schädigung des Darms vor.

Achtung bei jedem Milchersatzprodukt:

1. Auf keinen Fall als tägliches Glas Milch trinken!

2. Milchersatz ist kein Getränk, sondern ein Dessert.

Getreidemilch ist ein schlechter Ersatz 

Wer Laktose und Gluten nicht verträgt oder Allergien hat, weicht oft auf auf lactosefreie Getreidemilch aus wie z B. Hafer- oder Dinkelmilch. Doch Achtung!

Milch aus Getreide ist eher eine flüssige Getreide-Mahlzeit als ein Getränk.

Denn Getreidemilch wird wie der Name sagt aus Getreide hergestellt. Was ist daran nicht in Ordnung?

  • So ein Glas Milch ist eine einseitige Kohlenhydrat-Mahlzeit ohne das nötige begleitende Fett und Eiweiß. Das ist eine echte Herausforderung für die Bauchspeicheldrüse, die auf Dauer erschöpfen kann. Das ebnet den Weg in Insulinresistenz und Diabetes.
  • Bei Schilddrüsenproblemen und Hashimoto ist es wichtig, für einen stabilen Blutzuckerspiegel zu sorgen und nicht in den Unterzucker zu rutschen, wie es mit einer kohlenhydratlastigen Mahlzeit geschieht. Sonst kann es zu vielfältigen Symptomen kommen wie in diesem Beitrag aufgelistet: Leidest du an Unterzuckerung?
  • Getreide muss stets sehr gut gekaut werden, das ist bei Getreidemilch nicht möglich
  • das Getreide für die Ersatzmilch ist eher nicht vorher eingeweicht worden und enthält Phytin, so dass Zinkmangel und andere Mineralstoffmängel gefördert werden könnten

Gerade wenn es bereits Schilddrüsen-Unterfunktion oder Entzündungen gibt, sollte man Wert darauf legen, dass die Bauchspeicheldrüse nicht gestresst wird durch zu viele Kohlenhydrate.

Was ist mit Mandelmilch?

Mandelmilch ist ein Milchersatzprodukt aus Mandeln und kein Getränk sondern eher ein Dessert.

Es ist sehr unnatürlich, eine so große Menge Mandeln auf einmal zu sich zu nehmen, wie man es mit einem Glas Mandelmilch tut.

Vor allem aber sollten Mandeln vor dem Verzehr eingeweicht werden, damit die Bauchspeicheldrüse geschont wird. Wie man das macht, steht in diesem Beitrag.

Getreidemilch für Nachtische

Getreide- oder Mandelmilch kann man gut zum Kochen von Nachtischen verwenden.


So vermeidet man, dass die Bauchspeicheldrüse mit dem einseitig kohlenhydratlastigen Getränk überfordert wird. 

Was ist mit Kokosmilch?

Kokosmilch ist ebenfalls kein Getränk, aber auf jeden Fall die bessere Wahl für Milchersatz. 

Der Grund dafür liegt darin, dass Produkte aus der Kokosnuss gesund sind.

Zum anderen enthält die Kokosmilch etwas Kokosfett. Es ist also keine isolierte Kohlenhydrat-Mahlzeit.

Kokosmilch zum Kochen

Kokosmilch läßt sich bestens für Suppen und Soßen verwenden.


Sie ist ein perfekter Ersatz für Sahne/Rahm, Saurer Sahne, Crème Fraiche ...

Warnung vor Sojamilch

Erwähnt sei noch Sojamilch, die auf keinen Fall empfehlenswert ist, weil sie ausgesprochen schwer bekömmlich ist, was sich meist sofort an heftigen Blähungen zeigt.

Bedenklich sind auch die im Soja enthaltenen Phyto-Östrogene, die mit Brustkrebs in Verbindung gebracht werden, siehe dazu diesen Beitrag aus der ÄrzteZeitung.

Süße Reismilch als seltenes Leckerli

Zum Trost: Ein wenig besser weil  leichter bekömmlich als Hafer- oder andere Getreidemilch ist die Milch aus Reis. 

Reismilch kann aus gekochtem Reis selbst hergestellt werden.

Trotzdem: Auf keinen Fall ist Reismilch ein tägliches Getränk, sondern ein besonderes Leckerli, das es nur manchmal gibt.

Wenn mal zu viel Reisreste im Kühlschrank stehen, kann man daraus Reismilch herstellen. 

Weil Milch aus gekochtem Reis nicht gerade super schmeckt, wird sie mit Reissirup gesüßt und mit Nussmus abgerundet.

So wird Reismilch gemacht:

Rezept: Süße Reismilch

Laktoseintoleranz

Süße Reismilch

Zutaten für ca. 1 Liter:

  • 2 Tassen gekochter Reis (Rest)
  • 10 Tassen Wasser
  • 1/4 TL Salz
  • 2-3 EL Reissirup
  • 2 EL Haselnussmus
  • 3-5 Tropfen Stevia zum Nachsüßen
  1. 1
    Gekochten Reisrest mit dem Wasser etwa 30 Minuten bei ganz geringer Hitze köcheln lassen. Salz dazugeben.
  2. 2
    Danach mit dem Stabmixer pürieren, Haselnussmus dazugeben und nochmal ganz kurz aufkochen lassen.
  3. 3
    Reismilch durch ein Sieb gießen.
  4. 4
    Mit Reissirup süßen und mit ein paar Tropfen Stevia nachsüßen bis es schmeckt.

Ich wünsche gutes Gelingen dieser laktosefreien süßen Milch aus Reis!


Meine besten 3 Tipps zum Start

Entdecke wie leicht man Schilddrüsengesundheit erreichen kann

"Hier fühle ich mich seit vielen Jahren der Suche zum ersten Mal in dem ganzen Ernährungswirrwarr sicher."

  • Hallo Frau Brunn, ich backe oft zum Frühstück Pancakes aus Dinkelmehl, Hafermilch, Backpulver und Meersalz und backe sie mit Rapsöl heraus. Wie beurteilen Sie das? Ist die Hafermilch in diesem Kontext ok? Sind ca 150 ml

    • Hallo Monika,

      ich empfehle Ihnen, nach meinen Ebooks zu kochen. Dort ist das gesunde Frühstück genau beschrieben. Auf keinen Fall würde ich Rapsöl nehmen.

      Liebe Grüße

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