In der MB-Heilküche geht es darum, so viel wie möglich selbst zu kochen.
Das gelingt am besten, wenn man zum einen vorausschauend plant und einkauft, zum anderen möglichst in großen Portionen kocht, so dass immer etwas Fertiges im Hause ist.
Kochen beginnt oft mit einem Blick in den Kalender:
- Was habe ich heute vor?
- Bin ich zu Hause und kann kochen?
- Habe ich Termine außer Haus und muss mich versorgen?
- Was will ich mitnehmen: Brote oder einen Gemüse-Reis-Salat?
- Werde ich Zeit zum Kauen haben?
- Und: Wie sieht es morgen und übermorgen aus, muss ich einkaufen und vorsorgen?
Oft ist es sinnvoll, einen Lieblings-Eintopf vorzukochen, der dann nach einem vollen Arbeitstag ohne weitere Arbeit aufgewärmt werden kann.
Die folgenden Anregungen sind für die Anfangszeit als Hilfestellung gedacht. Mit der Zeit wird jeder eigene Vorlieben entdecken und einen persönlichen Rhythmus finden, der zur Lebens- und Arbeitswelt passt.
„Was koche ich heute?“
Die Frage sollte besser lauten: Was koche ich morgen? Denn die Kocherei wird leichter, wenn man plant und am Tag vorher festlegt, was es geben soll.
Günstig ist es, als ersten Schritt das Eiweiß festzulegen.
Wenn man weiß, ob es Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchte geben soll, fügen sich die Beilagen Gemüse und Getreide wie von selbst dazu.
Hier ist ein Wochenplan mit Vorschlägen speziell für die Verteilung von Eiweiß:

Es geht nicht darum, sich sklavisch an die Tabelle zu halten.
Niemand hat was dagegen, wenn man zum Frühstück lieber Bouletten statt Linsen ißt oder den Eintopf am Sonntag.
Auch die Wochentage sind natürlich nur ein Anhaltspunkt. Vielleicht gibt es den Sonntagsbraten am Mittwoch und freitags gehr die ganze Familie aus zum Essen.
Weiterhin wird es notwendig sein, individuell eine andere Einteilung oder Gewichtung vom Eiweiß vorzunehmen:
- Wer zum Beispiel mit Allergien zu tun hat, verträgt womöglich Eier erst mal nicht.
- Wer rheumatische Schmerzen in Gelenken oder Muskeln hat, braucht viel weniger tierische Nahrungsmittel und sollte mehr Gewicht auf pflanzliches Eiweiß von Hülsenfrüchten legen. Auch kann es notwendig sein, eine gewisse Zeit ganz ohne tierisches Eiweiß zu leben.
- In der kälteren Jahreszeit brauchen wir mehr tierisches Eiweiß als im Sommer.
- Hülsenfrüchte sind wärmend und passen besser, wenn es regnerisch und kühl ist.
Kurz: Bei der Auswahl der Nahrungsmittel spielen immer mehrere Faktoren eine Rolle.
Deshalb sollte man sich niemals starr an eine Tabelle halten, sondern die Umstände in die Wahl mit einbeziehen wie die Jahreszeit, den Gesundheitszustand und natürlich den Appetit.
Übrigens: Frauen brauchen weniger Fleisch als Männer - das regelt man am einfachsten über die Größe der Portionen. Frauen können genauso oft Fleisch essen, eben nur weniger davon.
Einkaufen
Vieles kann man auf Vorrat einkaufen und so viel Zeit sparen.
- Getreide, Kerne, Samen, Nüsse, Bohnen, Linsen und Meeresalgen lassen sich ohne Probleme lagern und sollten immer im Haus sein.
- Auch Lebensmittel in Gläsern und Flaschen wie eingelegte Gurken, Kokosfett, Würzmittel, Fischkonserven und anderes kann man gut auf Vorrat kaufen.
Kochen am Morgen
Die Zwänge des Berufslebens stehen oft einer gesunden Ernährung im Wege. An allererster Stelle fehlt die Zeit zum Kochen. So verständlich dies ist, sollte man sichtrotzdem die Frage stellen, ob da nicht was zu ändern ist.
Wer sein Leben gezielt einrichtet und Wert darauf legt, sich gut zu fühlen, wird auch die Zeit finden, zu kochen.
Am leichtesten geht es, wenn man abends vorkocht für den nächsten Tag. Das bietet die beste Garantie, dass es nach Feierabend etwas Gutes aus dem eigenen Kochtopf gibt.
Die Zutaten zum Frühstück kann man schon am Abend vorher bereit stellen, dann geht es morgens schneller.
Morgens zu kochen passt für Leute, die nicht außer Haus arbeiten und sich ihre Zeit einteilen können. Gerade dann ist es wichtig, sich eine Struktur zu schaffen, die Regelmäßigkeit und Rhythmus bringt.
Wenn man morgens das Essen für den ganzen Tag plant und vorbereitet, gelingt es viel leichter.
Auf Vorrat kochen
Vor allem das Getreide lässt sich bestens auf Vorrat zubereiten, zum Beispiel Reis:
- zuerst passt der Reis zur Hauptmahlzeit
- am nächsten Morgen wird daraus ein Frühstücksbrei
- und schließlich kommt der Rest als Einlage in den Eintopf
Womöglich reicht der Reis sogar noch für einen Gemüse-Reis-Salat am letzten Tag.
Reis ist so gesund, dass es nichts macht, ihn jeden Tag zu essen. Man muss nur aufpassen, dass es nicht langweilig wird.
Genauso vielseitig lässt sich Hirse verwenden. Wenn man eine ausreichend große Portion kocht, hat man mehrere Mahlzeiten:
- am 1. Tag gibt es Hirse als Beilage zum Mittagessen
- am 2. Tag gibt es Hirsebrei zum Frühstück
- am 3. oder 4. Tag werden Scheiben aus Hirseteig in der Pfanne gebraten
So hat man mit einem Kochgang dreimal ein neues Getreidegericht, das jedes Mal ganz anders schmeckt.
Nichts aufwärmen bei Histamin-Intoleranz?
Wer eine Unverträglichkeit auf Histamin (HIT) entwickelt hat, sollte vorsichtig sein mit dem Aufwärmen von Essen und dem Lagern im Kühlschrank. Allerdings gilt das nur für die ersten paar Wochen. Dann sollte sich der Zustand des Darms so weit verbessert haben, dass Aufwärmen möglich ist.
Merke: Alles was in den üblichen "Vermeide-Listen" genannt wird, gehört sowieso nicht zur MB-Heilküche
Beachtet werden sollte der individuelle Zustand. Denn man sollte nicht denken, dass alle Leute genau dieselben Probleme haben, wie sie oft beschrieben werden, sondern beachten, dass es Stufen gibt.
Sonderkapitel: Der gute alte Eintopf
Wenn schnelle Küche angesagt ist, gibt es kaum ein Gericht vom heimischen Herd, das zeitsparender zu kochen ist als der gute alte Eintopf.
Jeder Landstrich hat seinen ganz speziellen Eintopf, das Rezept wird oft vererbt und jede Familie hat ihr eigenes. Das zeigt uns, dass diese einfache Kochweise Tradition hat.
Eintopf ist Heimat und Geborgenheit
Für viele ist Eintopf eine Kindheitserinnerung – hoffentlich eine angenehme. Bei mir zu Hause gab es jeden Samstag Brühnudeln. Das ist eine Hühnerbrühe mit Suppengrün und kleinen Nudeln als Einlage.
Besonders günstig ist es, wenn es den Eintopf immer am selben Wochentag gibt. Dann stellt sich ein Rhythmus ein: Heute gibt es Brühnudeln, also ist heute Samstag.
Vor allem Kinder mögen und brauchen solche „Anker“ in ihrer Welt. Aber natürlich kann das auch ein anderes Gericht als ein Eintopf sein.
Solche Gewohnheiten geben ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit. Das ist Mutters Küche, nach der man sich das ganze Leben lang immer wieder sehnt.

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