16 Fragen und Antworten

Ein Leben ohne Zucker bedeutet keinesfalls, dass man nichts Süßes mehr essen darf, im Gegenteil.

Wir brauchen Süßes. Wer sich alles Süße verkneift, hat eine Lücke im Leben.

Denn es gibt 5 Geschmäcker: Salzig, sauer, scharf, bitter und süß.

Lässt man einen dieser Geschmäcker weg, fehlt etwas im Leben und das Essen ist unbefriedigend.

Nur darf der süße Geschmack nicht vom weißen Zucker kommen. Wieso eigentlich nicht?

Zucker - was man wissen sollte

Klare Sache, weißer Zucker kann an vielen gesundheitlichen Beeinträchtigungen beteiligt sein. 

Zucker kann nicht nur dick machen, sondern steht im Verdacht, den Mineralstoffhaushalt aus dem Gleichgewicht zu bringen, suchtfördernd und stimmungsverändernd wirken – vergleichbar mit Alkohol – und das Verhältnis von „gutem“ und „schlechtem“ Cholesterin zu verschieben.

Das sind nur drei von fast unzähligen Nachteilen, die dem Zucker zugeschrieben werden. 

Dass Zucker nichts Gutes ist, damit habe ich meinen Leserinnen und Lesern bestimmt nichts Neues erzählt. Aber welche natürlichen Zuckeralternativen sind wirklich besser?

Das sind keine Alternativen zum Zucker

  • Honig besteht zu rund 80 % aus Einfachzuckern, die den Blutzucker stark ansteigen lassen. Das ist ein wesentlicher Nachteil von Honig. Der andere Nachteil ist der zwar süße aber intensive Geschmack. Als Brotaufstrich sicher lecker, aber in Süßspeisen eben doch zu stark hervorschmeckend.
  • Brauner Zucker ist im Grunde das Gleiche wie weißer, nur haften ihm noch Melassereste an, von denen die braune Farbe herrührt.
  • Auch Kandis ist nichts anderes als Zucker. Er besteht aus hochreinem Zucker ebenso wie der braune Kandis, der lediglich zusätzlich in einem speziellen Verfahren mit karamellisierter Zuckerlösung hergestellt wird.
  • Xylit kann man zwar als pflanzlich betrachten, aber es ist und bleibt ein hoch verarbeitetes künstliches Produkt, das genauso verwendet wird wie Zucker.

Das sind gute Alternativen zum Zucker

Damit niemand Trübsal blasen muss und es gar nichts Süßes mehr gibt, kann man auf Alternativen ausweichen. Am besten finde ich diese:

  1. Reissirup und Reismalz
  2. Stevia
  3. Kokosblütenzucker
  4. Gerstenmalz
  5. Dicksäfte aus dem Bioladen

5 Tipps zum Süßen ohne Zucker 

Tipp 1 (mein bester): Reissirup

Anders als Honig ist Reissiup fast geschmacksneutral. Er ist als universelles Süßmittel überall einsetzbar.

Wie der Name schon sagt, wird dieser Sirup aus Reis gewonnen. Dazu wird Reismehl gekocht und zu Sirup eingedickt. 

Am wichtigsten ist der positive gesundheitliche Aspekt:

Der Vorteil liegt darin, dass Reissirup einen hohen Anteil an langkettigen Mehrfachzuckern hat, die erst in Einfachzucker umgewandelt werden müssen. Das ist günstig, weil so die Zuckeraufnahme ins Blut verzögert ist und es nicht zu einem schnellen Blutzuckeranstieg kommt.

Wer an Zucker gewöhnt ist, könnte am Anfang die milde Süße von Reissirup als zu wenig süß empfinden. Erfahrungsgemäß ändert sich das nach kurzer Zeit, wenn sich die Zunge und der Geschmack auf die milde Süße umgestellt haben.

suessen mit Reissirup

Reismalz

Reismalz unterscheidet sich von Reissirup hauptsächlich darin, dass es intensiver im Geschmack ist und man deshalb weniger davon braucht.

suessen mit Reismalz

Tipp 2: Stevia

Das Süßmittel Stevia hat die E-Nummer 960. Und das soll was Gesundes sein, fragt man sich skeptisch?

Ja, denn Stevia gewinnt man aus der Pflanze, im Gegensatz zu künstlichen Süßstoffen.

Außerdem braucht man so wenig davon, dass es nicht mal unbedingt ein Naturprodukt sein muss.

  • fantastisch: kalorienfrei und trotzdem intensiv süß
  • schrecklich: schmeckt nicht pur

Wichtig zu wissen: Stevia ist kein Allein-Süßungsmittel. Es ist ein Verstärker von anderen Süßmitteln wie Reissirup oder Dicksäften.

Bitte unbedingt darauf achten, auf jeden Fall nur ganz wenige Tropfen nehmen.

Auf einen EL Reissirup reicht 1 Tropfen Stevia, maximal.

Reissirup-und-Stevia


Tipp 3: Kokosblütenzucker

Kokosblütenzucker ist eine gute Alternative zum weißen Zucker, wenn es richtig zuckrig sein soll.

Zum Beispiel als Zucker mit Zimt. Etwas teuer, aber so soll das sein, damit man davon nicht zu viel nimmt. 🙂

Das Pro und Contra von Kokosblütenzucker habe ich in diesem Beitrag besprochen.

Kokosbluetenzucker

Tipp 4: Gerstenmalz mit viel Geschmack

In alten Rezepten findet man die Zutat Gerstenmalz. Das war unser Süßungsmittel in früherer Zeit.

Nachteil: Gerstenmalz  hat einen starken Eigengeschmack. Manche Menschen lieben den malzigen Geschmack, manche können damit gar nichts anfangen.

Sehr gut passt Gerstenmalz zu Äpfeln, deshalb kann man ihn gut im Apfelkompott verwenden. Aber das ist Geschmackssache.

Bei Kindern hat man mit Gerstenmalz nicht unbedingt Erfolge. 🙁

suessen mit Gerstenmalz

Tipp 5: Dicksäfte aus dem Bioladen

Beim Erhitzen und Eindicken von Apfel-, Birnen oder Agavensaft entstehen sehr süße dickflüssige Säfte, die man eher als Sirup bezeichnen kann. Sie enthalten rund 85 Prozent fruchteigenen Zucker.

Die Vitamine gehen zwar auf dem Weg des Erhitzens verloren, aber das sollte nicht im Vordergrund stehen, wenn man auf der Suche nach einem Süßmittel ist. Vitamine erhält man viel einfacher und reichlicher über frisches Gemüse und Obst.

Der Nachteil von Obstdicksäften besteht darin, dass sie naturgemäß recht teuer sind und man ziemlich viel davon braucht, um die gewünschte Süße zu bekommen. Gute Dicksäfte gibt es im Biohandel.

Tipp: Die Süße von Dicksäften lässt sich ganz toll verstärken durch die Zugabe von einigen Tropfen Stevia.

Ich hoffe, ich habe ein paar Tipps geben können zum Süßen ohne Zucker. Mehr Tipps gibt es in meinem Newsletter, der "Schilddrüsentipps" heißt und hier bezogen werden kann

Die Makrobiotische Heilküche ist die Ernährungsform, mit der ich seit vielen Jahren Menschen mit Schilddrüsenproblemen begleite, die Zucker ohne Verzicht reduzieren wollen. Dabei geht es um natürliches Essen nach einfachen Prinzipien aus der traditionellen Küche. Zur Übersichtsseite mit Hinweisen zur Makrobiotischen Heilküche geht es hier.

Was ist Makrobiotische Heilküche? 

Bilder von typischen Zutaten für darmfreundliche Ernährung bei Schilddrüsenproblemen

  • warmes, natürliches Essen zur Stabilisierung des Stoffwechsels
  • einfache traditionelle Küche
  • praktisch statt theoretisch

aktualisiert am 08.01.2026


  1. Liebe Jutta

    Macht es etwas aus, ob ich wenig Zucker nehme, z.B. nur ein Täfelchen Schokolade oder gleich sechs Täfelchen, was den Anstieg des Blutzuckers betrifft? Früher kam ich oft in die Gier nach Zucker, heute reicht mir ein Täfeli Schoggi oder ein kleiner Keks als „Nachmittagsritual“, aber eben. Vielleicht mache ich mir da noch etwas vor und glaube, dass es so weniger schädlich ist, um nicht ganz auf den weissen Zucker verzichten zu müssen.
    Gruss & Dank!
    Katharina

    1. Hallo Katharina, ja, wir hängen alle den lieben Gewohnheiten nach, ich kenne das auch. 😉 Solange alles im Rahmen bleibt, sollte das gesundheitliche Befinden die Richtschnur sein, was man als Ausnahme zulassen kann und was nicht geht. Herzliche Grüße!

  2. Guten Tag und herzlichen Dank für den tollen Artikel.
    Ich frage mich, wie Süßungsmittel wie Dattelsüße,Erythrit (ol), Galactose, Isomaltose …einzuschätzen sind manche dieser Zuckerarten sollen sich gut zum Backen eignen.

  3. Hallo Frau Bruhn,
    wie sieht es aus mit kristalliner Reissüße? Wenn ich es richtig verstehe, entsteht die kristalline Reissüße durch Eindicken und Trocknung des Reissirups. Spricht etwas dagegen, diese zu verwenden oder verändert das Eindicken und Trocknen das ganze negativ?

    1. Hallo Melanie,

      ja, man kann auch ab und zu kristalline Reissüße verwenden. Mich würde der hohe Preis davon abhalten. 🙁 Außerdem ist Reis als Sirup etwas weniger industriell verarbeitet.

      Liebe Grüße
      Jutta

      1. Was mich noch irritiert: Sie schreiben, dass es beim Verzehr von Reissirup nicht zu einem schnellen Blutzuckeranstieg kommt. Nun finde ich im Internet den Hinweis, dass Reissirup einen glykämischen Index von 98 hat. Mir ist bewusst, dass niemand 100g Reissirup auf einmal isst und dass man die glykämische Last berechnen sollte. Jedoch hat Honig (den ich für natürlicher halte) einen niedrigeren GI. Lehnen Sie Honig nur wegen der Fructose ab?

        1. Hallo Melanie,

          den wenigen noch vorhandenen Bienen den Honig zu klauen finde ich absolut nicht natürlicher. 🙁

          Eine bemerkenswerte Frage: „Lehnen Sie Honig nur wegen der Fructose ab?“ Es gibt keinen schlimmeren Zucker als Fructose! Dazu kommt noch der Traubenzucker im Honig.

          Die Bemerkungen zum (umstrittenen) glykämischen Index gehören in die wissenschaftliche Ernährungsberatung und haben nichts mit natürlicher Ernährung zu tun.

          Du schreibst selbst, dass man Reissirup nicht löffelweise isst (schmeckt überhaupt nicht! 🙁 ). Wozu dann noch die Frage? Auch beim Reissirup ist es wie üblich so, dass die Menge das Gift macht.

          Für Fragen zum Ebook und den Rezepten gibt es eine Service-Seite hier.

          LG Jutta

  4. Hallo, können Sie einen Hinweis geben, wie viel Reissirup etwa wie viel g Zucker entspricht? D.h. wenn in einem Rezept die Angabe 50 g Zucker steht, entspricht dies 50g Reissirup? (bzw. 55 g, da laut Packung mit 10% mehr gerechnet werden soll?
    Kann man mit Reissirup problemlos backen, oder sollte man auf etwas achten?
    Vielen Dank vorab!

    1. Hallo,

      mit Reissirup kann man nicht problemlos backen, im Gegenteil. Deshalb funktioniert auch nicht der Austausch der Gramm-Mengen.

      Viele Grüße
      Jutta Bruhn

      1. Keine Frage, aber eine Feststellung: Mit Reissirup backt meine Frau seit einigen Jahren – und das völlig problemlos! Wenn man es etwas süßer haben möchte, kann die Menge (entspr. dem in einem Rezept angegebenen Menge Zucker) leicht erhöht werden. Echte Probleme beim Backen in Zusammenhang mit der Verwendung von Reissirup gibt es aber nicht!

{"email":"E-Mail-Adresse ungültig.","url":"Website address invalid","required":"Dies ist ein Pflichtfeld. "}

Success message!
Warning message!
Error message!