Bei Hashimoto-Thyreoiditis und Schilddrüsenunterfunktion wird häufig über Ernährung diskutiert.

Dabei steht meist Zucker oder Gluten im Mittelpunkt.Die Qualität der Fette wird dagegen oft unterschätzt.

Mit diesem Beitrag beantworte ich die Frage, welches Fett bei Hashimoto, Unterfunktion oder anderen Schilddrüsenproblemen sinnvoll ist und worauf bei der Auswahl geachtet werden sollte.

Ernaehrung bei Hashimoto - Thema Fett

Kokosfett im Glas

Fette und Öle mit gutem Ruf

Zu den guten Fetten rechne ich persönlich diese:

  • bestes Bio-Kokosfett/öl
  • Bio-Butter
  • hochwertiges Olivenöl
  • zur Abwechslung auch Pflanzenöle wie Kürbiskernöl, Sonnenblumenöl, Walnußöl und andere in Bio-Qualität

Deshalb machen wir das so:

  • die Hauptfette für jeden Tag sind Bio-Kokosfett und Bio-Butter
  • gute Pflanzenöle (vor allem Olivenöl) gibt es abwechselnd in kleinen Mengen, meist im Salat

Bei keinem anderen Nahrungsmittel kommt es nach meiner Erfahrung so auf die gute Qualität an wie bei Fetten und Ölen. Hohe Qualität ist hier besonders wichtig.

Deshalb empfehle ich, Fette und Öle in Bio-Qualität auszuwählen.

Warum die Qualität des Fettes entscheidend ist

Die meisten Fehler kann man nach Beobachtungen aus der Ernährungslehre mit falschem Fett machen.

Denn so klug der menschliche Körper sonst auch ist, beim Thema Fett ist es anders:

Die Körperzellen können nach heutigem Kenntnisstand nicht unterscheiden zwischen gutem Fett und schlechtem Fett.

Das bedeutet: Das stundenlang heiß gehaltene Fett aus der Frittenbude kann vom Körper grundsätzlich genauso verwertet werden wie das teuerste kaltgepresste Pflanzenöl. 🙁

In der Folge können Schlüsselfunktionen im Körper beeinträchtigt werden. Zellwände können fest werden und

  • zu funktionellen Störungen im Körper beitragen
  • das Zentralnervensystem belastendas Zentralnervensystem belasten
  • mit degenerativen Erkrankungen und Autoimmunprozessen in Verbindung gebracht werden

Auch das geistige Gleichgewicht kann gestört werden. Als mögliche Langzeitfolge wird unter anderem Demenz diskutiert. Oje. 🙁

Welche Fette könnten schädigen?

Worauf es meiner Meinung nach in Bezug auf die Gesundheit und im Zusammenhang mit Hashimoto-Thyreoiditis ankommt, ist das strikte Weglassen von als schädigend geltenden Fetten und Ölen.

Ganz vorne stehen dabei die sogenannten Transfette. Diese entstehen, wenn

  • aus flüssigen Ölen ein festes Fett gemacht wird (Beispiel: Aus Sonnenblumenöl wird streichfeste Margarine)
  • Fette und Öle zu stark erhitzt werden

Wo stecken Transfette drin?

Bitte daran denken, dass Transfette nicht nur in billiger Margarine enthalten sein können, sondern auch in vielen anderen Produkten wie

  • Pommes, Knabberzeug, Tiefkühlkost, Pizza, Backwaren ...

Besonders die fetten Backwaren wie Croissants sind davon betroffen - vermutlich sind Sie jetzt auch betroffen? 😉

Cholesterin kann mit ungünstiger Fettqualität ansteigen

Übrigens: Es ist in verschiedenen Studien beschrieben worden, dass eine mögliche körperliche Schutzmaßnahme im Zusammenhang mit Transfetten ein Anstieg des Cholesterins sein kann.

  • Transfette können sich in der Leber ablagern. Irgendwann können sie in den Blutkreislauf gelangen und möglicherweise grundlegende Vorgänge im biochemischen Gleichgewicht stören.
  • Sie können in Zellen der Organe, Muskeln und Gelenke gelangen. Dort können sie vom Immunsystem als fremd wahrgenommen werden, und es kann zur Bildung von Antikörpern kommen, die unter Umständen körpereigenes Gewebe angreifen.

So kann ein Beitrag dazu geleistet werden, dass autoimmune Prozesse entstehen könnten. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen eigenes Gewebe und kann Entzündungen auslösen. In welchem Körperbereich sich diese Entzündungen abspielen, lässt sich nicht vorhersagen.

  • sind die Entzündungen im Bereich der Schilddrüse lokalisiert, wird häufig von Hashimoto-Thyreoiditis gesprochen.
  • sind die Gelenke betroffen, kann es eine Polyarthritis sein
  • ist das Bindegewebe betroffen, spricht man häufig von rheumatischen Erkrankungen.
  • ist das Nervensystem betroffen, wird unter anderem Multiple Sklerose diskutiert.
Kokosfett ist Kokosöl

Kokosfett zum Braten



Kokosfett im Zusammenhang mit Hashimoto-Thyreoiditis 

Viele Leute berichten mir, wie sie mit der Umstellung auf Kokosfett erleben, dass sie sich ziemlich schnell wieder fit und munter fühlen.

Netter Nebeneffekt: Manche berichten, dass sich das Gewicht reguliert. 🙂 🙂


"Das Fett aus Kokosöl wird nicht in Hüftgold umgewandelt sondern geht direkt in die Leber und wird in Energie umgewandelt ... esse täglich Kokosöl und fühle mich seitdem schlanker denn je!"

Übrigens - wichtig!

Nach Erfahrungsberichten kann man je nach Gesundheitszustand auf Kokosfett empfindlich reagieren, unter anderem auch mit Anzeichen einer vorübergehenden Überaktivität der Schilddrüse.

Dies kann insbesondere dann beobachtet werden, wenn zusätzlich Schilddrüsenhormone eingenommen werden, wie zum Beispiel L-Thyroxin. Deshalb heißt es achtsam zu sein und die individuellen Reaktionen des Körpers auf Kokosfett zu beachten.

Kokosfett ist ein gesättigtes Fett

Für Ureinwohner tropischer Regionen ist Kokosöl seit Tausenden von Jahren fester Bestandteil der Ernährung.

Bei uns wird dieses Fett/Öl oft kritisch gesehen, weil es ein gesättigtes Fett ist. Sehr oft hört man jedoch andere Meinungen dazu. Gesättigte Fette werden auch von manchen Fachleuten als günstig eingeordnet.

Dazu habe ich mehr geschrieben in diesem Beitrag: Kokosöl in der Kritik und was wirklich dran ist

Es ist so, dass der größte Anteil (ca. 65 %) der gesättigten Fette aus mittellangen Fettsäureketten (MCT-Fette) besteht.

Ohne dass man Biochemiker sein muss, kann man verstehen, dass diese Fette in der Diskussion stehen, denn sie werden unter anderem damit in Verbindung gebracht, folgendes zu unterstützen:

  • Energie bereitzustellen
  • die Leistungsfähigkeit zu unterstützen
  • im Zusammenhang mit Alzheimer diskutiert zu werden
  • Stoffwechsel- und Schilddrüsenprozesse zu beeinflussen

Leider gehen die Einschätzungen auch in der Medizin auseinander, und es wird teilweise vor gesättigten Fetten gewarnt.

Kokosfett ist ein gesättigtes Fett und wird unterschiedlich bewertet.

Heißt es Kokosfett oder Kokosöl?


In den Tropen ist Kokosöl immer flüssig und wird deswegen als Öl bezeichnet. Im Sommer oder in der warmen Küche wird es auch bei uns flüssig. Deshalb sollte man es in einem Gefäß aufbewahren.


In der kalten Jahreszeit in unserer Klimazone ist es ein fest Fett. Es ist von Natur aus fest und nicht künstlich gehärtet wie Margarine.


Ob man nun Kokosfett oder Kokosöl dazu sagt - das ist völlig egal.


Kokosfett oder Kokosöl  ist das Gleiche

Kokosfett ist Kokosöl - bei Wärme sieht man es 

Kokosfett im Zusammenhang mit der Schilddrüse

In der Literatur wird Kokosfett/Kokosöl teilweise als das „heilende Wunder“ bezeichnet. Bei näherer Betrachtung wird deutlich, warum es einen besonderen Ruf hat, denn es ist:

  • naturbelassen und hitzebeständig
  • frei von Transfetten
  • leicht verdaulich und bekömmlich
  • reich an mittelkettigen Fettsäuren

und es wird ihm eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben.

Weiterhin enthält es Caprinsäure, die unter bestimmten Bedingungen Pilze beeinflussen kann. Besonders interessant wird es durch die darin enthaltene mittelkettige Laurinsäure.

  • Untersuchungen zufolge kann die Laurinsäure störend auf die Informationsübertragung bei bestimmten Bakterienarten wirken
  • bei einigen Virenarten wird diskutiert, dass die Reproduktion und Ausreifung beeinflusst werden kann

Und jetzt kommt’s:

Weil dieses Fett direkt vom Darm aufgenommen und in die Leber geschickt wird, gilt es als ein gut verfügbarer Energielieferant.

Davon profitieren nach Berichten alle, die sich schlapp und müde fühlen.

Das schreibt ein Leser, nachdem er auf Kokosfett umgestiegen ist:

"Mir geht es zur Zeit richtig gut ... bin nur etwas platt weil ich so viel Sport mache ... habe gefühlt zu viel Energie :-)"

Beste Qualität ist wichtig

Worauf es ankommt, ist die gute Qualität. Billiges Kokosfett wird teilweise chemisch gehärtet, um das Flüssigwerden zu verhindern. 

Um die möglichen gesundheitlichen Vorteile auszunutzen, empfehle ich, ein natürliches Kokosfett vorzuziehen.

Auf gar keinen Fall sollte billiges Kokosfett genommen werden. Das ist Sparen am falschen Ort.

Kokosfett eignet sich zum:

  • Kochen
  • Braten
  • Backen (zusammen mit anderem Fett)
  • oder auch kalt als Aufstrich wie Schmalz

Übrigens: Palmfett ist ein komplett anderes Fett als Kokosfett und wird häufig mit Gewichtszunahme in Verbindung gebracht!

Wenn Kokosfett nicht schmeckt

Allerdings kann es Probleme geben mit dem Kokosfett.

  • Wenn Kokosfett nicht schmeckt oder der Kokosgeschmack im Vordergrund steht, liegt nach meiner Beobachtung meist eine Leberbelastung vor. Als mögliche Unterstützung kann eine Kur mit Knoblauch und Zitrone genannt werden, um die Leber zu entlasten. In der Übergangszeit kann man wärmebehandeltes Kokosfett essen, das auch mildes oder desodoriertes Kokosfett heißt.
  • Achtung: Wenn Schilddrüsenmedikamente wie L-Thyroxin eingenommen werden, können bei Verwendung von Kokosfett sehr schnell Anzeichen einer Überaktivität auftreten.
  • Bei entsprechender Schilddrüsenlage kann Kokosfett die Symptome wie Nervosität, schlecht schlafen können oder Angst verstärken. Ich weise in meinen E-Books und Kursen darauf hin, stets darauf zu achten, welche Menge Kokosfett individuell gut vertragen wird.

Es ist manchmal gar nicht so einfach mit dem Kokosfett. 😉

Man sollte auf jeden Fall die gesamte Ernährung betrachten und nicht allein auf das Kokosfett setzen.

Fett Ulrike Gonder

Durchblick zum Thema Fett

Quelle für diesen Beitrag und viele andere Infos zum Thema Fett auf meiner Webseite stammen meist von der Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Gonder


Hallo, ich bin

Jutta Bruhn

Autorin, Heilpraktikerin und Gründerin der MB-Heilküche.
Seit über 30 Jahren beschäftige ich mich mit der Frage, wie Ernährung Körper und Seele ins Gleichgewicht bringt.

In meinen Programmen und Ebooks zeige ich, wie einfache, warme und natürliche Küche Beschwerden wie Müdigkeit, Verdauungsprobleme oder hormonelles Ungleichgewicht spürbar lindern kann.

mein Weg 

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information rund um Ernährung. Er ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Verdacht auf eine Erkrankung wenden Sie sich bitte an eine ärztliche oder medizinische Fachperson.

Beitrag zuletzt aktualisiert am 06.08.2026 


    1. Hallo Petra,
      ja, die Grundgedanken zur Fettqualität gelten nicht nur bei Hashimoto, sondern auch bei einer Schilddrüsenunterfunktion. Entscheidend ist immer die Gesamtstruktur der Ernährung und die Qualität der verwendeten Fette.

      Herzliche Grüße

  1. Hallo Frau Bruhn,
    ist Sesamöl ein gutes Öl?
    Ich benutze es morgens zum Ölziehen und auch viel beim Kochen/Braten.
    Freue mich auf Ihre Antwort!
    Viele Grüße

  2. ich nehme schon seit 2006 bestes Kokosöl und bin einfach begeistert. Dennoch muss ich anmerken, ist im reinen full Spectrum Fischöl Omega 3 enthalten ist und zwar voll verwertbar. Das müsste in diesem Beitrag noch erwähnt werden. (bitte keine Kapseln)

  3. Hallo Frau Bruhn, eine Freundin ist dank Ihrer Behandlung geheilt, so dass ich (50 Jahre, seit 20 Jahren Eutyrox 112 und keine Entzündungswerte seit Jahren) auch einsteigen möchte. Ich kenne bereits die Tipps und habe mir ein Kochbuch bei Ihnen gekauft. Einige Fragen habe ich noch:
    Dürfte ich weiter bioidentische Hormone nehmen, die mir in den Wechseljahren sehr gut tun (Gynakodin, Progesteron)?
    Darf man weiter bittere Schoklade (100 Prozent Kakao) essen und Mandelmilch trinken? Darf man Tofu als Brotaufstrich nehmen?
    Liebe Grüsse! Nike

  4. Hallo Frau Bruhn,

    Sie empfehlen Bio Butter. Aber was ist mit Ghee/Butterschmalz?

    Da gerade in Entzündungsphase, das Milcheiweiß Probleme macht, sollte Ghee ja eigentlich noch bekömmliche sein…zudem wird es ja auch schon seit Jahrhunderten in der Ayurveda zur Heilung eingesetzt.
    Ich freue mich auf Ihre Antwort.

    1. Hallo Martin, meine persönliche Meinung dazu: der alte Arzt war der beste den man finden kann. Ich finde: Je weniger Medizin desto besser. Die meisten Leute fangen erst an das zu verstehen, wenn sie eine Ärzte-Odyssee hinter sich haben. 🙁

      LG Jutta

  5. Hallo,
    ich hatte gestern gefragt wegen Kokososel bei latenter Ueberfunktion.
    Mir ist noch eine ergaEZNEDE fRAGE EINGEFALLEN.

    Da ich auch viel mit Fieberschueben und Entzuendungen zu tun habe,
    frage ich mich,
    ob mein hoher Butterkonsum dafuer mitverantwortlich sein kann?
    Ich esse viel Fett,
    da ich sehr untergewichtig bin und da kaum rauskomme,
    derzeit 44 Kilo bei 173 cm Groesse.

    Wenn also Kokosoel und Butter fuer mich erstmal tabu sind,
    womit koennt ich dann duensten und meine Gerichte am Ende verfeinern,
    besonders den morgendlchen Erdmandel-oder Quinoabrei??

    Ich lebe in Palaestina,
    viele Dinge bekomme ich hier nicht.
    Ich bekomme tollstes Olivenoel,
    Schaf-Ziegenbutter und
    Sesamoel.

    Ich danke sehr fuer Ihren Rat und Ihre Zeit.
    Herzlichst,
    Wiebke

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