Der Begriff Intervallfasten steht für viele Formen des Kurzfastens und hilft bei einigen Menschen schnell bei Entzündungen. Das Besondere: Es wird nicht längere Zeit gefastet, sondern nur kurz, dies aber regelmäßig und auf Dauer.
Wenn es paßt, kann sogar die normale tägliche Zeit der Essensaufnahme auf zwei Mahlzeiten beschränkt werden.
Gilt das alles auch für Menschen mit Schilddrüsenproblemen? Können sie Intervallfasten mitmachen? Nein, das würde ich nicht empfehlen.
Im Gegenteil, ich warne davor, bei schwacher Schilddrüse diese und gleichzeitig die Nebennieren auch noch durch Nahrungsentzug zu belasten.
Was mir gefällt am Intervallfasten
Im Grunde ist Fasten in Intervallen etwas ganz Natürliches. Denn wir sind stoffwechselmäßig nach wie vor auf dem Stand der Steinzeitmenschen. Und die haben öfter mal schmachten müssen, wenn sie nichts gejagt oder gesammelt hatten. Das war keine Hungersnot, sondern nur eine relativ kurze Zeit ohne Nahrung. Nach der erfolgreichen Jagd wurde wieder normal gegessen.
Diese Fähigkeit zum Kurzfasten ist uns erhalten geblieben und soll sogar enorm positive Effekte auf den Stoffwechsel haben.
Gesundheitlicher Nutzen des Intervallfastens
Kurz und schlicht ausgedrückt geht es beim Intervallfasten um zwei Sachen:
- den Blutzucker stabil zu halten als ein wichtiger Baustein für mehr Energie und Wohlbefinden
- den Zellstoffwechsel auf Trab zu bringen und somit zu helfen, Entzündungen zu überwinden
Stabiler Blutzucker
Worin viele den größten Nutzen des Intervallfastens sehen:
Der Insulinspiegel bleibt vergleichsweise konstant, wenn auch der Blutzucker weniger schwankt.
Deshalb ist der Dreh- und Angelpunkt in der Ernährung nach der Makrobiotischen Heilküche den Blutzucker in ruhigem Fahrwasser zu halten. Und deshalb paßt das Intervallfasten so gut dazu! 🙂
Entzündungen sanft ausbremsen
Es wird viel darüber geschrieben, dass nach 16 Stunden nichts essen ein Selbst-Reparatur-Prozeß der Körperzellen einsetzen soll, den man Autophagie (Autophagozytose) nennt. Doch so einfach ist es nicht:
Wahrscheinlich setzen solche Zellreinigungsprozesse erst nach längeren Fastenzeiten ein, also frühestens nach 48 bis 72 Stunden. Das wird aktuell noch erforscht.
Trotzdem: Durch regelmäßige Phasen des Kurzfastens lassen sich bestimmte Stoffwechselprozesse im Körper offenbar positiv beeinflussen.
Viele berichten, dass sich das auch bei entzündlichen Beschwerden wohltuend auswirken kann – zum Beispiel bei Hashimoto-Thyreoiditis. Dabei geht es grob gesagt um diese beiden Entzündungsarten:
- stille Entzündungen im Darm ('silent inflammation', Leaky-Gut-Syndrom)
- Entzündungen an der Schilddrüse (Thyreoiditis, häufiger: Hashimoto-Thyreoiditis)
Je nach Person können auch andere Entzündungsherde eine Rolle spielen – etwa im Muskelgewebe bei rheumatischen Beschwerden.
Die Methoden des Intervallfastens
Beim klassischen Intervallfasten hat man drei Varianten zur Auswahl:
1. Bei der Methode 16:8 liegen 16 Stunden zwischen der letzten Mahlzeit an einem Tag und der ersten Mahlzeit des nächsten Tages. Am besten klappt das, wenn man abends nichts mehr ißt. Ab morgens kann man in den nächsten acht Stunden zwei oder drei Mahlzeiten essen.
2. Bei der Methode 5:2 wird an fünf Tagen in der Woche normal gegessen und an zwei Tagen nur wenig.
3. Beim alternierenden Fasten isst man einen Tag normal. Am nächsten Tag wird nur ein Viertel von dieser normalen Menge gegessen. Dann kommt wieder ein Tag normales Essen dran.
In der Makrobiotischen Heilküche empfehle ich anzustreben, auf Dauer nur zwei Mahlzeiten am Tag zu essen.
Das bringt den meisten Nutzen und ist am leichtesten durchzuführen.
Die Umsetzung paßt aber nicht sofort für alle, bitte weiterlesen und beachten:
Die Basis-Ernährung muss stimmen
Am wichtigsten für den bleibenden Erfolg ist die richtige Basis-Ernährung, also das ganz normale Essen.
Denn allein das Intervallfasten bringt zwar schnelle Erleichterung. Aber gesund ist und bleibt man nur mit der persönlich passenden Ernährung auf Dauer.
Wird einfach so weitergegessen wie vorher, kann sich nichts ändern und Entzündungen werden immer wieder aufflackern.
Merke: Der kurzfristige Erfolg wird zum Dauererfolg mit der richtigen Ernährung.
Sofort starten mit dem Intervallfasten?
Nein, das geht leider nicht. Ich zeige im folgenden,
Für wen ist Intervallfasten geeignet?
Geeignet ist das Fasten im Grunde für alle die diese Ziele haben:
Entzündungen stoppen bei Hashimoto-Thyreoiditis
Beim Intervallfasten ist am wichtigsten für Menschen mit Schilddrüsenproblemen und Hashimoto-Thyreoiditis der schnelle Stopp von Entzündungen. Das gilt für
und natürlich für alle anderen Arten von Entzündungen.
Dr. Simone Koch schreibt in ihrem Beitrag 'Hashimoto und intermittierendes Fasten' auf der Webseite der AutoimmunHilfe, dass Fasten laut ihrer Erfahrung eine stark entzündungshemmende Wirkung entfalten kann – und zwar schon nach relativ kurzer Zeit. Sie berichtet unter anderem von positiven Entwicklungen bei rheumatischen Beschwerden.
Dabei betont sie, dass insbesondere Kurzfastenphasen erstaunliche Effekte zeigen können – vor allem, wenn sie individuell angepasst sind.
Mein Hinweis dazu: Solche Erfahrungen können eine wertvolle Inspiration sein, sollten aber immer im Zusammenhang mit der eigenen gesundheitlichen Situation betrachtet werden und idealerweise ärztlich oder therapeutisch begleitet werden.
Also los, wenn es passt! Doch erst noch ein paar Warnungen:
Für wen ist Intervallfasten nicht geeiget?
Nicht alle können ohne Weiteres beim Intervallfasten mitmachen.
Man sollte beachten, dass von der Medizin Standard-Empfehlungen gegeben werden, die sich meist an junge gesunde Menschen richten. Aber nicht alle sind jung und gesund. 😉
Deshalb muss man sich selbst die Frage stellen:
Wer sollte beim Intervallfasten besser achtsam vorgehen und/oder bestimmte Einschränkungen beachten?
Vorsicht bei instabilem Blutzucker
Nach meiner Einschätzung dürften die meisten Leute mit Schilddrüsenproblemen und Hashimoto sensibel auf längere Phasen ohne Nahrung reagieren. Vor allem, wenn der Blutzucker in dieser Zeit stark abfällt.
Es lohnt sich aber, dran zu bleiben. Dr. Simone Koch beschreibt in einem Beitrag, dass sich die Blutzuckertoleranz durch intermittierendes Fasten in vielen Fällen positiv beeinflussen lässt – sowohl in Studien als auch in der Praxis.
Deshalb mein Vorschlag für den Einstieg:
Dr. Koch: "Auch die Fettverwertung des Körpers wird stark erhöht, das heißt mit Fastenintervallen klar zu kommen wird mit der Zeit deutlich besser."
Nicht fasten bei Diabetes
Bei bestehendem Diabetes darf das Intervallfasten nicht angewendet werden.
Ein Problem kann darin bestehen, dass so viele mit Schilddrüsenprpblemen und Hashimoto sich im Prä-Diabetes befinden, also im Vorstadium des Ausbruchs von Diabetes.
Schilddrüsenprobleme
"Wenn man ohnehin schon Probleme mit der Schilddrüse hat und die Schilddrüse nicht vernünftig arbeitet ist das natürlich kontraproduktiv" schreibt die Ärztin Dr. Simone Koch. Sie meint damit die hormonellen Reaktionen, die durch Intervallfasten entstehen können.
Je nachdem um welche Schilddrüsenthematik es sich handelt, ist aus meiner Erfahrung der Knackpunkt meist der, ob Schilddrüsentabletten wie L-Thyroxin genommen werden.
Einnahme von L-Thyroxin
Wer meine Ebooks kennt, weiß dass ich stets darauf hinweise, dass es bei Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten schnell zu Reaktionen kommen kann, wenn die Ernährung verändert wird.
Insbesondere kann es früher oder später zu Überfunktionssymptomen kommen wie Schlafstörungen, verstärkte Angst oder sogar zu Panikattacken. Das kann auch beim Intervallfasten eine Rolle spielen.
Wichtig ist daher: Wer Schilddrüsenmedikamente wie L-Thyroxin einnimmt, sollte mögliche Veränderungen gut beobachten und Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt halten. In meinem Onlineprogramm „Schilddrüse managen“ zeige ich, worauf dabei besonders zu achten ist – inklusive vieler Erfahrungswerte und Reflexionshilfen.
Hinweis: Auch bei Einnahme von Antidepressiva, Betablockern und anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten gilt:
Wer dauerhaft Medikamente einnimmt, sollte bei Veränderungen in der Ernährung – wie beim Intervallfasten – sicherheitshalber einmal mit der behandelnden Praxis Rücksprache halten. Das schützt davor, dass sich unbemerkt etwas verschiebt.
Intervallfasten bei Hashimoto-Entzündungen
Gesunder Verzicht wie beim Intervallfasten kann dabei helfen, sich positiv auf entzündliche Prozesse im Körper auszuwirken.
Weil bei Hashimoto-Thyreoiditis sehr oft auch ein Zustand der Insulinresistenz vorliegt, gilt auch hier, den Blutzucker stabil zu halten und das machen wir in der Makrobiotischen Heilküche mit ausgeglichener Ernährung, die Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß enthält.
Wenn die Nebennieren erschöpft wirken
Auf meiner Webseite und in meinen Ebooks empfehle ich stets, morgens möglichst innerhalb von 1,5 Stunden nach dem Aufstehen zu frühstücken. Das kann hilfreich sein, wenn man sich morgens regelmäßig erschöpft fühlt und sich in dem wiedererkennt, was in der Naturheilkunde als „Nebennierenschwäche“ bezeichnet wird.
Dieser Begriff stammt aus der naturheilkundlichen Praxis und wird nicht von allen medizinischen Fachkreisen als klar definierte Diagnose anerkannt. In vielen Erfahrungsberichten hat er sich jedoch als hilfreicher Erklärungsansatz bewährt.
In solchen Fällen rate ich zur Vorsicht beim Intervallfasten. Denn wenn der Körper ohnehin im Dauerstressmodus ist, kann ein zusätzliches Fastenfenster als weiterer Reiz empfunden werden.
Gerade bei starker Erschöpfung oder sensibler Reaktion auf Stress lohnt es sich, sanft zu starten – mit regelmäßigen Mahlzeiten und kleinen Pausen dazwischen. Wer sich unsicher ist, klärt das am besten gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt ab.
So kann man starten mit dem Intervallfasten
Ein häufiger Einstieg ins Intervallfasten ist es, das Abendessen wegzulassen. Für viele ist das gut machbar.
Eine Fastenpause von etwa 16 Stunden kann den Blutzucker entlasten und den Tag strukturierter beginnen lassen, das wird oft als wohltuend erlebt.
Wer mit Schilddrüsenthemen wie Hashimoto-Thyreoiditis zu tun hat, sollte in der aktiven Essensphase – also den acht Stunden – gut für sich sorgen. Manchen bekommt es besser, die Mahlzeiten aufzuteilen und kleinere Portionen zu wählen, statt zu viel auf einmal zu essen.
Fragen & Antworten
Ein grundsätzliches Verbot gibt es nicht. Entscheidend ist, wie gut es zum eigenen Energiehaushalt passt. Wer sich schnell erschöpft fühlt oder hormonell instabil ist, sollte langsam starten und auf den eigenen Körper achten.
Ein stabiler Blutzucker ist das A und O. Deshalb sollten die Mahlzeiten in der aktiven Essenszeit ausgewogen sein – also mit tierischem Eiweiß (z.B. ein Frühstücksei), gesundem Kokosfett und einer passenden Menge Kohlenhydrate als Reis oder anderes Getreide.
Viele berichten, dass ihnen regelmäßige Essenspausen guttun – auch bei entzündlichen Prozessen. Ob das medizinisch belegbar ist, wird derzeit noch erforscht.

Heilpraktikerin und Autorin
Hallo, ich bin
Jutta Bruhn
Ich biete Infos zur Ernährung bei Schilddrüsenproblemen auf der Basis meiner 30jährigen Erfahrung an.
aktualisiert am 23.08.25