Intervallfasten gilt als einfaches Mittel gegen Entzündungen und Gewichtszunahme. Viele Menschen berichten von mehr Energie, stabilerem Blutzucker und weniger Beschwerden.
Bei Hashimoto und Schilddrüsenunterfunktion sieht die Lage jedoch anders aus.
Was für gesunde Menschen gut funktionieren kann, kann bei einer geschwächten Schilddrüse zusätzlichen Stress für den Körper bedeuten, insbesondere für die Blutzuckerregulation.
Deshalb empfehle ich Intervallfasten bei Hashimoto und Schilddrüsenunterfunktion nicht pauschal.
Nach meiner Erfahrung zeigt sich immer wieder: Verkürzte Essenszeiten können Symptome wie Müdigkeit, innere Unruhe oder Erschöpfung verstärken, wenn die Stoffwechsellage instabil ist.
In diesem Beitrag erkläre ich,
Einen Überblick über die wichtigsten Zusammenhänge bei Schilddrüsenproblemen finden Sie im Grundlagenbeitrag zur Schilddrüse.
Für wen ist Intervallfasten nicht geeiget?
Nicht alle können ohne Weiteres beim Intervallfasten mitmachen.
Man sollte beachten, dass allgemein Empfehlungen gegeben werden, die sich meist an junge gesunde Menschen richten. Aber nicht alle sind jung und gesund. 😉
Deshalb muss man sich selbst die Frage stellen:
Wer sollte beim Intervallfasten besser achtsam vorgehen und/oder bestimmte Einschränkungen beachten?
Hashimoto-Thyreoiditis
Intervallfasten kann Einfluss auf Entzündungsprozesse haben Das gilt für den akuten und chronischen Entzündungs-Schub.
Dr. Simone Koch schreibt in ihrem Beitrag 'Hashimoto und intermittierendes Fasten' auf der Webseite der AutoimmunHilfe, dass Fasten laut ihrer Erfahrung eine stark entzündungshemmende Wirkung entfalten kann, und zwar schon nach relativ kurzer Zeit. Sie berichtet unter anderem von positiven Entwicklungen bei rheumatischen Beschwerden.
Dabei betont sie, dass insbesondere Kurzfastenphasen erstaunliche Effekte zeigen können – vor allem, wenn sie individuell angepasst sind.
Mein Hinweis dazu: Solche Erfahrungen können eine wertvolle Inspiration sein, sollten aber immer im Zusammenhang mit der eigenen gesundheitlichen Situation betrachtet werden und idealerweise ärztlich oder therapeutisch begleitet werden.
Also los, wenn es passt! Doch erst noch ein paar Warnungen:
Dr. Koch: "Auch die Fettverwertung des Körpers wird stark erhöht, das heißt mit Fastenintervallen klar zu kommen wird mit der Zeit deutlich besser."
Vorsicht bei instabilem Blutzucker
Nach meiner Einschätzung dürften die meisten Leute bei geschwächter Schilddrüse sensibel auf längere Phasen ohne Nahrung reagieren. Vor allem, wenn der Blutzucker in dieser Zeit stark abfällt.
Es lohnt sich aber, dran zu bleiben. Dr. Simone Koch beschreibt in einem Beitrag, dass sich die Blutzuckertoleranz durch intermittierendes Fasten in vielen Fällen positiv beeinflussen lässt – sowohl in Studien als auch in der Praxis.
Dr. Koch: "Auch die Fettverwertung des Körpers wird stark erhöht, das heißt mit Fastenintervallen klar zu kommen wird mit der Zeit deutlich besser."
Deshalb mein Vorschlag für den Einstieg:
- nicht gleich mit langen Fastenintervallen anfangen, sondern
- sich mit viel kürzeren Abständen vorsichtig an ein längeres Fasten herantasten
Kein Intervallfasten bei Diabetes
Bei bestehendem Diabetes sollte Intervallfasten nicht eigenständig begonnen werden. Veränderungen der Essenszeiten können den Blutzucker deutlich beeinflussen und müssen ärztlich begleitet werden.
Ein Problem besteht darin, dass sich viele Menschen mit Hashimoto oder Schilddrüsenunterfunktion bereits im Bereich eines Prä-Diabetes befinden – also in einer Phase, in der die Blutzuckerregulation schon gestört ist, auch wenn noch keine manifeste Diabetesdiagnose vorliegt.
Gerade in dieser Situation ist Vorsicht geboten.
Schilddrüsenmedikamente und Intervallfasten
"Wenn man ohnehin schon Probleme mit der Schilddrüse hat und die Schilddrüse nicht vernünftig arbeitet ist das natürlich kontraproduktiv" schreibt die Ärztin Dr. Simone Koch. Sie meint damit die hormonellen Reaktionen, die durch Intervallfasten entstehen können.
Je nachdem um welche Schilddrüsenthematik es sich handelt, ist aus meiner Erfahrung der Knackpunkt meist der, ob Schilddrüsentabletten wie L-Thyroxin genommen werden.
Einnahme von L-Thyroxin
Wer meine Ebooks kennt, weiß dass ich stets darauf hinweise, dass es bei Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten schnell zu Reaktionen kommen kann, wenn die Ernährung verändert wird.
Insbesondere kann es früher oder später zu Überfunktionssymptomen kommen wie Schlafstörungen, verstärkte Angst oder sogar zu Panikattacken. Das kann auch beim Intervallfasten eine Rolle spielen.
Wichtig ist daher:
Wer Schilddrüsenmedikamente wie L-Thyroxin einnimmt, sollte mögliche Veränderungen gut beobachten und Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt halten.
In meinem Mitgliederbereich zeige ich, worauf besonders zu achten ist. Dazu gibt es viele Erfahrungsberichte.
Hinweis: Auch bei Einnahme von Antidepressiva, Betablockern und anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten gilt:
Wer dauerhaft Medikamente einnimmt, sollte bei Veränderungen in der Ernährung wie beim Intervallfasten sicherheitshalber einmal mit der behandelnden Praxis Rücksprache halten. Das schützt davor, dass sich unbemerkt etwas verschiebt.
Was mir gefällt am Intervallfasten
Im Grunde ist Fasten in Intervallen etwas ganz Natürliches. Denn wir sind stoffwechselmäßig nach wie vor auf dem Stand der Steinzeitmenschen. Und die haben öfter mal schmachten müssen, wenn sie nichts gejagt oder gesammelt hatten. Das war keine Hungersnot, sondern nur eine relativ kurze Zeit ohne Nahrung. Nach der erfolgreichen Jagd wurde wieder normal gegessen.
Diese Fähigkeit zum Kurzfasten ist uns erhalten geblieben und soll sogar enorm positive Effekte auf den Stoffwechsel haben.
Gesundheitlicher Nutzen des Intervallfastens
Kurz und schlicht ausgedrückt geht es beim Intervallfasten um zwei Sachen:
- den Blutzucker stabil zu halten als ein wichtiger Baustein für mehr Energie und Wohlbefinden
- den Zellstoffwechsel auf Trab zu bringen und somit zu helfen, Entzündungen zu überwinden
Stabiler Blutzucker
Worin viele den größten Nutzen des Intervallfastens sehen:
Der Insulinspiegel bleibt vergleichsweise konstant, wenn auch der Blutzucker weniger schwankt.
Deshalb ist der Dreh- und Angelpunkt in der Ernährung nach der Makrobiotischen Heilküche den Blutzucker in ruhigem Fahrwasser zu halten.
Mehr zum Thema Blutzucker und Unterzuckerung habe ich in diesem Beitrag geschrieben: Unterzuckerung erkennen – besonders bei Schilddrüsenproblemen
Die Basis-Ernährung muss stimmen
Am wichtigsten für den bleibenden Erfolg ist die richtige Basis-Ernährung, also das ganz normale Essen.
Denn allein das Intervallfasten bringt oft nur kurzfristige Erleichterung. Aber gesund ist und bleibt man nur mit der persönlich passenden Ernährung auf Dauer.
Doch dauerhaft stabil bleibt man nur, wenn die Mahlzeiten in Zusammensetzung und Timing zur eigenen Stoffwechsellage passen.
Wird einfach während und nach dem Fasten weitergegessen wie zuvor, können Entzündungen und Blutzuckerschwankungen immer wieder aufflackern.
Merke: Der kurzfristige Erfolg wird zum Dauererfolg, wenn die Ernährung stimmt.
Und genau hier wird es für viele mit Hashimoto oder Schilddrüsenunterfunktion schwierig:
Nicht das Fasten ist das Problem, sondern die fehlende Anpassung der Ernährung und der Medikation.
Wer hier ohne Orientierung experimentiert, riskiert Überfunktionssymptome, Blutzuckerabfälle oder neue Erschöpfungsschübe.
Im Mitgliederbereich „Schilddrüse managen“ zeige ich Schritt für Schritt, wie sich die Bedingungen für eine stabile Schilddrüsenfunktion verbessern lassen.
Hallo, ich bin
Jutta Bruhn
Autorin, Heilpraktikerin und Gründerin der Makrobiotischen Heilküche.
Seit über 30 Jahren beschäftige ich mich mit der Frage, wie Ernährung Körper und Seele ins Gleichgewicht bringt.
In meinen Programmen und Ebooks zeige ich, wie einfache, warme und natürliche Küche Beschwerden wie Müdigkeit, Verdauungsprobleme oder hormonelles Ungleichgewicht spürbar lindern kann.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information rund um Ernährung. Er ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Verdacht auf eine Erkrankung wenden Sie sich bitte an eine ärztliche oder medizinische Fachperson.
Beitrag aktualisiert am 28.02.2026

