Viele Betroffene mit Hashimoto sprechen von einem „Schub“, wenn sich Beschwerden plötzlich verstärken oder neue Symptome dazukommen.

Das ist ein Erfahrungsbegriff, der im Einzelfall medizinisch geklärt werden muss.

Dieser Beitrag ersetzt keine Diagnose oder Behandlung. Er zeigt Schritte mit der Ernährung, die sich aus meiner praktischen Erfahrung als Entlastung ableiten.

Meine Tipps werden oft als hilfreich erlebt, wenn sie in einer instabilen Phase angewandt werden. 

Wichtig: Bitte lassen Sie Beschwerden ärztlich abklären, besonders, wenn sie neu, stark oder ungewöhnlich sind.


Sofortige Abklärung ist sinnvoll bei anhaltendem oder starkem Herzrasen/Herzstolpern, Brustschmerz, Atemnot, hohem Fieber, starken Kreislaufproblemen, ausgeprägter Unruhe oder wenn Sie unsicher sind.


Wenn Sie Schilddrüsenmedikamente einnehmen oder andere Erkrankungen vorliegen: Änderungen an Medikamenten oder Dosierungen gehören in ärztliche Hände. Ernährung kann unterstützen, ersetzt aber keine medizinische Steuerung.

Woher weiß man, ob ein akuter Hashimoto-Schub vorliegt?

Kurz gesagt: Betroffene berichten, dass sich bestehende Symptome in einem Schub verstärken können, manchmal kommen auch neue hinzu.

Meist steht in dieser Phase eine vorübergehende Überfunktion der Schilddrüse im Vordergrund. Häufig berichten Betroffene in dieser Phase von Beschwerden, die zu einer vorübergehenden Überfunktion passen können.

Das kann sich äußern durch viele individuelle Symptome, dazu gehören unter anderem:

  • das Herz kann schneller oder unregelmäßig klopfen
  • möglich ist ein „vernebelter Kopf“ oder Konzentrationsprobleme
  • Schlafstörungen treten in dieser Phase häufiger auf

Verläuft ein Schub eher mild, können sich die Hashimoto-Symptome oft über längere Zeit bemerkbar machen.

  • Das kann z.B. die Gewichtszunahme sein, ohne dass die Ernährung geändert wurde.
  • Auch Haarausfall ist ein Thema: Wenn plötzlich viele Haare ausfallen, kann das sehr belastend sein.
  • Viele berichten von starker Erschöpfung, entweder als Tagesmüdigkeit (weil der Nachtschlaf nicht erholsam ist) oder als anhaltende bleierne Müdigkeit. Daher stammt auch der Begriff „Hashimoto-Müdigkeit“, der in vielen Erfahrungsberichten auftaucht.

Je nach individueller Situation und Ernährungsweise können weitere körperliche Beschwerden auftreten, die von vielen als belastend empfunden werden.

Erste Hilfe im akuten Hashimoto-Schub - 5 Tipps

Wenn ein akuter Schub im Anmarsch ist (oder man das Gefühl hat, es könnte einer sein), kann es als eine Maßnahme hilfreich sein, bestimmte Lebensmittel für eine Zeit lang wegzulassen.

Viele Teilnehmer haben mir im Laufe der Jahre berichtet, dass sich dadurch ihr körperliches Empfinden deutlich verbessert hat und sie manchmal schon nach kurzer Zeit eine Erleichterung spüren. Wie schnell und ob sich etwas verändert, ist individuell verschieden.

Erfahrungsbericht: "... Ich kann mich besser konzentrieren und fühle mich einfach fitter.“

Ziel ist es, dem Körper eine Entlastung zu gönnen, damit sich – wenn es für Sie passt – mehr innere Ruhe einstellen kann. Diese Hinweise ersetzen keine ärztliche Abklärung oder Behandlung.

Erster Schritt: Entzündungen beruhigen

Bei einem akuten Hashimoto-Schub steht oft das Gefühl im Vordergrund: „Ich muss dringend etwas tun.“

Meist hilft es, den Fokus in den ersten Tagen ganz auf Entlastung und Rückzug zu legen, auch mit der Ernährung.

Hier sind meine 5 Tipps dazu, die auf meiner Erfahrung beruhen und natürlich nicht als Therapieanweisung zu lesen sind: 

keine Nachtschattengewächse

Beim Hashimoto-Schub kann hilfreich sein, wenn sofort alle Nachtschattengewächse weggelassen werden.

Dazu gehören Kartoffeln und Tomaten. Dieser Beitrag ist vertiefend und enthält ein Rezept: Falsche Tomatensoße statt Entzündungen

Tierisch eiweißfrei

Bei einer akuten oder deutlich spürbaren Entzündung kann es als einfache Entlastungsmaßnahme sinnvoll sein, für eine begrenzte Zeit tierisches Eiweiß wegzulassen (Fleisch, Fisch, Eier, auch Butter). 

Milchprodukte erst mal weglassen 

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis spielt das Immunsystems eine zentrale Rolle. Einige berichten, daß sie durch das Weglassen von Milch und Milchprodukten Erleichterung verspüren, oft schon in wenigen Tagen.

Wer jetzt denkt, "das schaffe ich nicht, alle Milchprodukte wegzulassen", den kann ich beruhigen: Die Makrobiotische Heilküche funktioniert  ohne Milch, Käse und Joghurt und man vermißt nichts davon! 

Mehr lesen dazu: Milch

Warme Misosuppe am Morgen

Die warme Gemüsesuppe gleich am Morgen kann als Start in den Tag ein Gefühl von Ruhe und Stabilität geben. Das Körpergefühl verändert sich bei vielen spürbar.

Theresia: "Ich konnte besser schlafen und fühlte mich frischer am Morgen."

Allerdings: Miso ist nicht für alle bekömmlich, bitte erst nur vorsichtig probieren und bei Unverträglichkeit weglassen

Mehr lesen dazu: Miso bei Histaminintoleranz und empfindlichem Darm

Gluten weglassen 

Glutenfreie Ernährung kann für manche ein Schlüssel zur spürbaren Erleichterung sein – wie schnell und ob sich etwas verändert, ist individuell.

Vor allem der Kopf fühlt sich bei vielen spürbar freier an, wenn Weizen weggelassen wird.

Erfahrungsbericht: „Mein Gedächtnis ist viel besser geworden, die Gelenkschmerzen und die Heißhungerattacken haben nachgelassen, meine Verdauung ist gut.“

Das Gemeine ist: Weizen steckt heute fast überall drin – in Brot, Brötchen, Knäcke, Croissants, Toast, Nudeln, Kuchen, Keksen, Pizza …

Und gleich noch ein Tipp im Anschluß: 

Was tun gegen Heißhunger? 

Viele mit Hashimoto kennen regelrechte Attacken auf Süßigkeiten nur zu gut.

Kaum ist der Jieper gestillt, kommt bald der nächste und das Ganze beginnt von vorn. Nicht selten entsteht so ein ewiges Auf und Ab, das ganz schön an den Nerven zerrt.

Die Lösung des Problems hört sich einfach an: Zucker weglassen. Aber das ist nicht so einfach wie es gesagt wird.

Deshalb gebe ich dazu einen "Geheimtipp", der etwas ungewöhnlich ist, aber schon vielen geholfen hat: Mehr Fett essen.

Das klingt erstmal gewöhnungsbedürftig, aber wer mit genügend Kokos-Fett im Essen kocht und mehr Butter aufs Brot gibt, ist länger satt und kommt leichter durch die kritischen Momente.

Ausführlicher habe ich dazu geschrieben in diesem Beitrag: Ständig Heißhunger auf Süßes

Hallo, ich bin

Jutta Bruhn

Autorin, Heilpraktikerin und Gründerin der Makrobiotischen Heilküche.
Seit über 30 Jahren beschäftige ich mich mit der Frage, wie Ernährung Körper und Seele ins Gleichgewicht bringt.

In meinen Programmen und Ebooks zeige ich, wie einfache, warme und natürliche Küche Beschwerden wie Müdigkeit, Verdauungsprobleme oder hormonelles Ungleichgewicht spürbar lindern kann.

Beitrag aktualisiert am 05.03.2025

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information rund um Ernährung. Er ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Verdacht auf eine Erkrankung wenden Sie sich bitte an eine ärztliche oder medizinische Fachperson.


  1. Hallo Jutta,

    ich ernähre mich seit 5 Wochen glutenfrei und zuckerfrei und konnte schon nach der ersten Woche nicht mehr schlafen. Ich bin furchbar unruhig. Ich wusste gleich, dass ich in eine Überfunktion gerutscht bin. Ich habe 125 mg LT genommen, dann reduziert auf 112 mg. Ich kann immer noch nicht schlafen. Ich bin TOTAL baff, dass die gluten- und zuckerfreie Ernährung sowas bewirkt!! Ich freue mich sehr… auch wenn ich jetzt erstmal wieder das optimale Maß finden muss für LT.

    1. Hallo Claudi,

      das klingt nach einem kraftvollen Start – und ja, es ist wirklich faszinierend, was allein durch das Weglassen von Gluten und Zucker passieren kann. Viele berichten von genau solchen Reaktionen.

      Auch wenn das erstmal anstrengend ist (Schlaflosigkeit inklusive), ist es oft ein Zeichen dafür, dass im Körper einiges in Bewegung kommt. Wichtig ist jetzt, dass Sie die Schilddrüsenmedikation gut begleiten lassen – vor allem, wenn sich die Symptome stark verändern.

      Gluten und Zucker gelten bei vielen als mögliche Auslöser – wissenschaftlich ist das noch nicht endgültig geklärt, aber die Erfahrung zeigt: Eine Umstellung kann viel bewirken.
      Aber – und das ist mir wichtig – nur etwas wegzulassen reicht auf Dauer nicht. Die Frage ist: Was braucht Ihr Körper stattdessen?

      Genau da setzt meine Methode an – die Makrobiotische Heilküche.

      Herzliche Grüße!

  2. Hallo,
    erst einmal vielen Dank für diese sehr informative Seite.
    Ich esse morgens gerne mal warmen Maisbrei, also Polenta, auch, weil ich mich wegen Zöliakie strikt glutenfrei ernähren muss.
    Nun liest man immer wieder, dass Mais bei Schilddrüsenunterfunktion kontraindiziert sei, da er die Aufnahme der Hormone behindere.
    Auf der Liste der Übelhäter stehen ja noch gefühlte hundert andere LM, so dass man den Eindruck haben könnte, mit Hashimoto dürfe man gar nichts mehr essen.
    Was denken Sie darüber, speziell zu gekochtem Mais?

    1. Hallo Jessica,

      Polentabrei ist tatsächlich lecker – und gerade bei Zöliakie verständlich, dass er öfter auf dem Teller landet. Ab und zu ist das völlig in Ordnung.

      Ob Mais – in größeren Mengen – die Aufnahme von Schilddrüsenhormonen beeinflusst, ist nicht eindeutig geklärt. Es gibt dazu Hinweise, aber keine klaren Empfehlungen. Deshalb ist mein Tipp: beobachten Sie, wie Sie sich damit fühlen – und bei Unsicherheit lieber ein bisschen abwechseln.

      In der Makrobiotischen Heilküche steht Mais nicht im Zentrum – nicht, weil er „verboten“ wäre, sondern weil es Lebensmittel gibt, die stärker nährend oder stabilisierend wirken. Gekochter Reis zum Beispiel wird oft als besonders verträglich empfunden, gerade für den Darm.

      Und ja: Wenn man anfängt, zu viele Dinge wegzulassen, kann das schnell frustrierend werden – auch emotional. Deshalb ist es mir wichtig zu zeigen: Es gibt viele Möglichkeiten, auch bei Zöliakie genussvoll und stärkend zu essen – und zwar ohne ständig neue „Feind-Listen“ abzuarbeiten.

      Herzliche Grüße!

  3. Liebe Jutta, ich habe Hashimoto und nun später auch noch Diabetes Typ 2, bekommen. Kann ich trotzdem nach diesem Buch der Ernährung gehen? Oder was empfielst Du mir ? Herzlichen Dank, lg Francesca

    1. Hallo Francesca,

      ja, die Rezepte im Buch können auch bei Hashimoto und Diabetes Typ 2 eine gute Grundlage sein – sie sind alle gluten- und zuckerfrei. Viele empfinden diese Kombination als entlastend, gerade wenn mehrere Stoffwechselthemen gleichzeitig eine Rolle spielen.

      Auch die süßen Sachen aus dem Ebook „Süßes ohne Zucker“ können eine schöne Ergänzung sein – natürlich in Maßen. 😉

      Hashimoto und Diabetes treten bei manchen Menschen gemeinsam auf – ob es da einen Zusammenhang gibt, ist nicht eindeutig belegt. Aber es lohnt sich in jedem Fall, den Blick auf eine Ernährung zu richten, die den Körper möglichst wenig belastet.

      Herzliche Grüße!

  4. Hallo,

    ich habe seit Jahren Hashimoto und ich nehme seit Jahren brav mein LT 100.

    Anfang des Jahres habe ich Gluten in meiner Nahrung weitest gehend weggelassen. Irgendwann war ich dann nicht mehr ganz so streng, blieb aber bei einer Reduzierung.

    Mein Befinden wurde rasch besser. Irgendwann bekam ich aber meine Tage nicht mehr und das Haar ging büschelweise aus. Ich nehm jetzt 88 LT und hab das Gefühl, der Haarausfall normalisiert sich langsam. Kann das tatsächlich mit der Ernährungszmstellung zu tun haben? Hab jetzt richtig Panik, da der Haarausfall schon so heftig war, das ich am Scheitel schon ziemlich auf die Kopfhaut sehen kann. Ansonsten geht es mir sehr gut.

    Vielen Dank und viele Grüße

    Kathrin

    1. Hallo Kathrin,

      vielen Dank für Ihren ehrlichen Einblick – und wie schön, dass Sie sich insgesamt besser fühlen! Veränderungen beim Haarausfall oder Zyklus können viele Ursachen haben – auch eine veränderte Ernährung kann eine Rolle spielen, besonders wenn sich dadurch der Stoffwechsel umstellt. Aber das lässt sich aus der Ferne natürlich nicht eindeutig beurteilen.

      Wichtig ist, dass Sie bei so starken Veränderungen wie dem Haarausfall auch medizinisch gut begleitet sind – manchmal ist es notwendig, die Schilddrüsenmedikation anzupassen oder weitere Faktoren (wie Eisen, Ferritin, B-Vitamine etc.) zu betrachten.

      Wenn Sie sich näher mit den Wechselwirkungen von Ernährung und Schilddrüse befassen möchten, finden Sie auf meiner Website viele Hinweise – auch zur Makrobiotischen Heilküche.

      Herzliche Grüße

  5. Hallo,

    warum makrobiotische Ernährung die zu 80 % aus Getreide besteht, wenn man doch bei Hashimoto eher Getreide speziell den Weizen weglassen soll?

    LG Ines

    1. Hallo Ines, hier geht es nicht um Makrobiotik, sondern um Makrobiotische Heilküche. Das ist etwas anderes.

      Die hohe Getreidemenge wurde damals in den 1980er Jahren propagiert. Inzwischen sind viele Jahre vergangen. Heute besteht eine ganz andere Situation und niemand der seriös arbeitet, wird diese Menge von 80% ernsthaft empfehlen. Es wäre besser, nicht in Bücher zu schauen, die völlig veraltete Methoden darstellen. 🙁

      HG Jutta

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