Bei Hashimoto-Thyreoiditis und Schilddrüsenunterfunktion wird häufig über Ernährung diskutiert. Dabei steht meist Zucker oder Gluten im Mittelpunkt – die Qualität der Fette wird dagegen oft unterschätzt.
Mit diesem Beitrag beantworte ich die Frage, welches Fett bei Hashimoto, Unterfunktion oder anderen Schilddrüsenproblemen sinnvoll ist und worauf bei der Auswahl geachtet werden sollte.
Fette und Öle mit gutem Ruf
Zu den guten Fetten rechne ich persönlich diese:
Deshalb machen wir das so:
Bei keinem anderen Nahrungsmittel kommt es nach meiner Erfahrung so auf die gute Qualität an wie bei Fetten und Ölen. Hohe Qualität ist hier besonders wichtig.
Deshalb empfehle ich, Fette und Öle in Bio-Qualität auszuwählen.
Warum die Qualität des Fettes entscheidend ist
Die meisten Fehler kann man nach Beobachtungen aus der Ernährungslehre mit falschem Fett machen.
Denn so klug der menschliche Körper sonst auch ist, beim Thema Fett ist es anders:
Die Körperzellen können nach heutigem Kenntnisstand nicht unterscheiden zwischen gutem Fett und schlechtem Fett.
Das bedeutet: Das stundenlang heiß gehaltene Fett aus der Frittenbude kann vom Körper grundsätzlich genauso verwertet werden wie das teuerste kaltgepresste Pflanzenöl. 🙁
In der Folge können Schlüsselfunktionen im Körper beeinträchtigt werden. Zellwände können fest werden und
Auch das geistige Gleichgewicht kann gestört werden. Als mögliche Langzeitfolge wird unter anderem Demenz diskutiert. Oje. 🙁
Welche Fette könnten schädigen?
Worauf es meiner Meinung nach in Bezug auf die Gesundheit und im Zusammenhang mit Hashimoto-Thyreoiditis ankommt, ist das strikte Weglassen von als schädigend geltenden Fetten und Ölen.
Ganz vorne stehen dabei die sogenannten Transfette. Diese entstehen, wenn
Wo stecken Transfette drin?
Bitte daran denken, dass Transfette nicht nur in billiger Margarine enthalten sein können, sondern auch in vielen anderen Produkten wie
- Pommes, Knabberzeug, Tiefkühlkost, Pizza, Backwaren ...
Besonders die fetten Backwaren wie Croissants sind davon betroffen - vermutlich sind Sie jetzt auch betroffen? 😉
Cholesterin kann mit ungünstiger Fettqualität ansteigen
Übrigens: Es ist in verschiedenen Studien beschrieben worden, dass eine mögliche körperliche Schutzmaßnahme im Zusammenhang mit Transfetten ein Anstieg des Cholesterins sein kann.
So kann ein Beitrag dazu geleistet werden, dass autoimmune Prozesse entstehen könnten. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen eigenes Gewebe und kann Entzündungen auslösen. In welchem Körperbereich sich diese Entzündungen abspielen, lässt sich nicht vorhersagen.
- sind die Entzündungen im Bereich der Schilddrüse lokalisiert, wird häufig von Hashimoto-Thyreoiditis gesprochen.
- sind die Gelenke betroffen, kann es eine Polyarthritis sein
- ist das Bindegewebe betroffen, spricht man häufig von rheumatischen Erkrankungen.
- ist das Nervensystem betroffen, wird unter anderem Multiple Sklerose diskutiert.
Kokosfett im Zusammenhang mit Hashimoto-Thyreoiditis
Viele Leute berichten mir, wie sie mit der Umstellung auf Kokosfett erleben, dass sie sich ziemlich schnell wieder fit und munter fühlen.
Netter Nebeneffekt: Manche berichten, dass sich das Gewicht reguliert. 🙂 🙂
"Das Fett aus Kokosöl wird nicht in Hüftgold umgewandelt sondern geht direkt in die Leber und wird in Energie umgewandelt ... esse täglich Kokosöl und fühle mich seitdem schlanker denn je!"
Übrigens - wichtig!
Nach Erfahrungsberichten kann man je nach Gesundheitszustand auf Kokosfett empfindlich reagieren, unter anderem auch mit Anzeichen einer vorübergehenden Überaktivität der Schilddrüse.
Dies kann insbesondere dann beobachtet werden, wenn zusätzlich Schilddrüsenhormone eingenommen werden, wie zum Beispiel L-Thyroxin. Deshalb heißt es achtsam zu sein und die individuellen Reaktionen des Körpers auf Kokosfett zu beachten.
Kokosfett ist ein gesättigtes Fett
Für Ureinwohner tropischer Regionen ist Kokosöl seit Tausenden von Jahren fester Bestandteil der Ernährung.
Bei uns wird dieses Fett/Öl oft kritisch gesehen, weil es ein gesättigtes Fett ist. Sehr oft hört man jedoch andere Meinungen dazu. Gesättigte Fette werden auch von manchen Fachleuten als günstig eingeordnet. Dazu habe ich mehr geschrieben in diesem Beitrag: Kokosöl in der Kritik und was wirklich dran ist
Es ist so, dass der größte Anteil (ca. 65 %) der gesättigten Fette aus mittellangen Fettsäureketten (MCT-Fette) besteht.
Ohne dass man Biochemiker sein muss, kann man verstehen, dass diese Fette in der Diskussion stehen, denn sie werden unter anderem damit in Verbindung gebracht, folgendes zu unterstützen:
Leider gehen die Einschätzungen auch in der Medizin auseinander, und es wird teilweise vor gesättigten Fetten gewarnt.
Kokosfett ist ein gesättigtes Fett – und wird unterschiedlich bewertet.
Heißt es Kokosfett oder Kokosöl?
In den Tropen ist Kokosöl immer flüssig und wird deswegen als Öl bezeichnet. Im Sommer oder in der warmen Küche wird es auch bei uns flüssig. Deshalb sollte man es in einem Gefäß aufbewahren.
In der kalten Jahreszeit in unserer Klimazone ist es ein fest Fett. Es ist von Natur aus fest und nicht künstlich gehärtet wie Margarine.
Ob man nun Kokosfett oder Kokosöl dazu sagt - das ist völlig egal.
Kokosfett im Zusammenhang mit der Schilddrüse
In der Literatur wird Kokosfett/Kokosöl teilweise als das „heilende Wunder“ bezeichnet. Bei näherer Betrachtung wird deutlich, warum es einen besonderen Ruf hat, denn es ist:
- naturbelassen und hitzebeständig
- frei von Transfetten
- leicht verdaulich und bekömmlich
- reich an mittelkettigen Fettsäuren
und es wird ihm eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben.
Weiterhin enthält es Caprinsäure, die unter bestimmten Bedingungen Pilze beeinflussen kann. Besonders interessant wird es durch die darin enthaltene mittelkettige Laurinsäure.
Und jetzt kommt’s:
Weil dieses Fett direkt vom Darm aufgenommen und in die Leber geschickt wird, gilt es als ein gut verfügbarer Energielieferant.
Davon profitieren nach Berichten alle, die sich schlapp und müde fühlen.
Das schreibt ein Leser, nachdem er auf Kokosfett umgestiegen ist:
"Mir geht es zur Zeit richtig gut ... bin nur etwas platt weil ich so viel Sport mache ... habe gefühlt zu viel Energie :-)"
Beste Qualität ist wichtig
Worauf es ankommt, ist die gute Qualität. Billiges Kokosfett wird teilweise chemisch gehärtet, um das Flüssigwerden zu verhindern.
Um die möglichen gesundheitlichen Vorteile auszunutzen, empfehle ich, ein natürliches Kokosfett vorzuziehen.
Auf gar keinen Fall sollte billiges Kokosfett genommen werden. Das ist Sparen am falschen Ort.
Kokosfett eignet sich zum:
Übrigens: Palmfett ist ein komplett anderes Fett als Kokosfett und wird häufig mit Gewichtszunahme in Verbindung gebracht!
Wenn Kokosfett nicht schmeckt
Allerdings kann es Probleme geben mit dem Kokosfett.
Es ist manchmal gar nicht so einfach mit dem Kokosfett. 😉
Man sollte auf jeden Fall die gesamte Ernährung betrachten und nicht allein auf das Kokosfett setzen.
Quelle für diesen Beitrag und viele andere Infos zum Thema Fett auf meiner Webseite stammen meist von der Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Gonder
Hallo, ich bin
Jutta Bruhn
Autorin, Heilpraktikerin und Gründerin der Makrobiotischen Heilküche.
Seit über 30 Jahren beschäftige ich mich mit der Frage, wie Ernährung Körper und Seele ins Gleichgewicht bringt.
In meinen Programmen und Ebooks zeige ich, wie einfache, warme und natürliche Küche Beschwerden wie Müdigkeit, Verdauungsprobleme oder hormonelles Ungleichgewicht spürbar lindern kann.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information rund um Ernährung. Er ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Verdacht auf eine Erkrankung wenden Sie sich bitte an eine ärztliche oder medizinische Fachperson.




Hallo
das klingt alles schlüssig.
Gilt das alles auch für SD Unterfunktion?
Schönen Gruß
Petra
Hallo Petra,
ja, die Grundgedanken zur Fettqualität gelten nicht nur bei Hashimoto, sondern auch bei einer Schilddrüsenunterfunktion. Entscheidend ist immer die Gesamtstruktur der Ernährung und die Qualität der verwendeten Fette.
Herzliche Grüße
Hallo Frau Bruhn,
ist Sesamöl ein gutes Öl?
Ich benutze es morgens zum Ölziehen und auch viel beim Kochen/Braten.
Freue mich auf Ihre Antwort!
Viele Grüße
Hallo Dörte,
Sesamöl würde ich nur sehr selten benutzen und nicht auf die Vorteile von Kokosfett verzichten.
Herzliche Grüße
ich nehme schon seit 2006 bestes Kokosöl und bin einfach begeistert. Dennoch muss ich anmerken, ist im reinen full Spectrum Fischöl Omega 3 enthalten ist und zwar voll verwertbar. Das müsste in diesem Beitrag noch erwähnt werden. (bitte keine Kapseln)
Hallo,
wir kochen mit Kokosfett, es geht nichts ums Einnehmen.
Hallo Frau Bruhn, eine Freundin ist dank Ihrer Behandlung geheilt, so dass ich (50 Jahre, seit 20 Jahren Eutyrox 112 und keine Entzündungswerte seit Jahren) auch einsteigen möchte. Ich kenne bereits die Tipps und habe mir ein Kochbuch bei Ihnen gekauft. Einige Fragen habe ich noch:
Dürfte ich weiter bioidentische Hormone nehmen, die mir in den Wechseljahren sehr gut tun (Gynakodin, Progesteron)?
Darf man weiter bittere Schoklade (100 Prozent Kakao) essen und Mandelmilch trinken? Darf man Tofu als Brotaufstrich nehmen?
Liebe Grüsse! Nike
Hallo Nike,
das sind viele Fragen und ich garantiere, es werden noch mehr auftreten. 😉 Deshalb empfehle ich die Teilnahme im Mitgliederbereich. Dort beantworte ich Fragen soweit das per Internet möglich ist.
Herzliche Grüße
Hallo Jutta,
ich habe seit 3 Monaten meine Ernährung auf MBH umgestellt. Meiner Verdauung geht es seither viel besser und mein Schlafbedürfnis ist viel größer (früher haben 6 Stunden gereicht, heute schlafe ich oft 10 Stunden). Mein Gewicht hat sich weiter erhöht.
Ich habe mich während der Zeit ziemlich gequält, weil ich Kokosgeschmack nicht ausstehen kann. Da vergeht mir einfach die Lust aufs Essen. Manchmal will ich nur noch mit dieser Ernährungsform aufhören.
Kannst du mir einen Rat geben?
liebe Grüße
Angelika
Hallo Angelika,
wenn ein natürliches Nahrungsmittel wie Kokosfett nicht schmeckt oder nicht bekommt, steckt immer ein individueller Grund dahinter, den man rausfinden sollte. Meist ist es die Leber. Dem Kokosfett oder der MBH die Schuld zuzuschieben, ist nicht zielführend. 🙁
Wenn das normale Kokosfett nicht schmeckt, nimmt man das milde desodorierte für die Zeit bis die Leber wieder gesund ist.
Liebe Grüße
Jutta
Hallo Marie-Therese, nein, das stimmt nicht.
Nicht das Kokosfett erhöht die Entzündungen, sondern es ist ein zu heftiger Regulationsvorgang durch das Kokosfett eingeleitet worden. Ich nenne das „Reaktion“ oder „Heilkrise“. Bekannt sind solche Reaktionen vom Fasten. Dort spricht man von „Fastenkrisen“.
Wenn chronische Krankheiten im Hintergrund schlummern, können diese aktiviert werden. Auf keinen Fall ist das eine neue Erkrankung oder eine Unverträglichkeit von Kokosfett.
So gut wie immer kommt es zu solchen Reaktionen, wenn die „guten“ Sachen zu schnell und in zu großer Menge genommen werden. Wer Entzündungen hat, kann nicht einfach nur Kokosfett essen und glauben, dass nichts passiert. 🙁
Sobald die Ernährung insgesamt korrigiert wird und die Umstellung langsam und vorgenommen wird, kann eine Heilung Schritt für Schritt erfolgen. Dabei müssen auch die individuellen Gegebenheiten beachtet werden.
In meinen Ebooks und im Onlinekurs weise ich auf die Reaktionen hin und begleite die Teilnehmenden mit Tipps aus der Naturheilkunde.
Wer eine Hashimoto-Thyreoiditis hat (also akute oder chronische Entzündungen), sollte nicht nur Einzeltipps befolgen, sondern das ganze Programm. Dann ist Heilung auch möglich. 🙂
Liebe Grüße
Jutta
Hallo Frau Bruhn,
Sie empfehlen Bio Butter. Aber was ist mit Ghee/Butterschmalz?
Da gerade in Entzündungsphase, das Milcheiweiß Probleme macht, sollte Ghee ja eigentlich noch bekömmliche sein…zudem wird es ja auch schon seit Jahrhunderten in der Ayurveda zur Heilung eingesetzt.
Ich freue mich auf Ihre Antwort.
Hallo Caro, Ghee und Butterschmalz haben keine besondere Wirkung auf die Schilddrüse. Das ist der Unterschied zu Kokosfett.
Herzliche Grüße
Ich habe vor kurzem meinen Hausarzt gewechselt, weil der alte Hausarzt mich einfach nicht behandeln wollte.
Hallo Martin, dieser Arzt war der beste den man finden kann. Je weniger Medizin desto besser. Die meisten Leute fangen erst an das zu verstehen, wenn sie eine Ärzte-Odyssee hinter sich haben. 🙁
LG Jutta
Hallo Helene, ja natürlich hat jeder Mensch eine Chance auf Heilung. Allerdings reicht dafür die Einnahme von Tabletten nicht aus.
Der Weg dahin ist so:
1. kostenlose Schilddrüsen-Tipps erhalten
2. anfangen mit den Rezepten aus den Ebooks
3. weitermachen im Selbstlernkurs online
Liebe Grüße
Jutta
Hallo Jutta, spricht was gegen Kokosmus? Viele Grüße Yvonne
Hallo Yvonne, Kokosmus ist toll und schmeckt super auf warmem Gemüse. 🙂 LG Jutta
Hallo Ira, es geht dabei um Rinder- oder Schweineschilddrüsenhormone. Die kannst du dir von kompetenten Heilpraktikerinnen oder Naturheilärzten verordnen lassen.
In meinem Onlinekurs „Schilddrüse managen“ gebe ich Anleitungen zur Einnahme. Das ist nämlich nicht so einfach wie mit dem L-Thyroxin. 😉
LG Jutta
Hallo Wiebke, TSH 0,4 zeigt eine Überfunktion.
Aus der Erfahrung mit meinen Onlinekurs-Teilnehmenden weiß ich, dass es oft an viel zu hoch dosierten Schilddrüsentabletten liegt, wenn es so heftige Symptome der Überfunktion gibt.
– Ja, das Kokosfett sollte reduziert werden.
– Nein, allein über Kokosfett läßt sich das nicht regulieren. Die gesamte Ernährung muss stimmen.
Das ist ein Weg und ich empfehle die Teilnahme am Selbstlernkurs wegen der Begleitung auf dem Weg.
LG Jutta
Hallo,
ich hatte gestern gefragt wegen Kokososel bei latenter Ueberfunktion.
Mir ist noch eine ergaEZNEDE fRAGE EINGEFALLEN.
Da ich auch viel mit Fieberschueben und Entzuendungen zu tun habe,
frage ich mich,
ob mein hoher Butterkonsum dafuer mitverantwortlich sein kann?
Ich esse viel Fett,
da ich sehr untergewichtig bin und da kaum rauskomme,
derzeit 44 Kilo bei 173 cm Groesse.
Wenn also Kokosoel und Butter fuer mich erstmal tabu sind,
womit koennt ich dann duensten und meine Gerichte am Ende verfeinern,
besonders den morgendlchen Erdmandel-oder Quinoabrei??
Ich lebe in Palaestina,
viele Dinge bekomme ich hier nicht.
Ich bekomme tollstes Olivenoel,
Schaf-Ziegenbutter und
Sesamoel.
Ich danke sehr fuer Ihren Rat und Ihre Zeit.
Herzlichst,
Wiebke
Hallo Wiebke, tierisches Fett kann das Immunsystem reizen. Fett hat nicht unbedingt mit dem Körpergewicht zu tun. LG Jutta
Hallo Vivien, Hashimoto ist nicht unheilbar, lass dir das nicht einreden. Es gibt sehr schöne Erfolge von Leuten aus meinem Online-Selbstlernkurs. Allerdings muss man selber kochen und das LT reduzieren oder aussteigen, was du ja schon getan hast. 🙂
Liebe Grüße
Jutta
Hallo Michaela, hier steht mehr dazu, was man tun kann,
– wenn Kokosfett nicht schmeckt oder nicht bekömmlich ist
– wenn man eine Histaminintoleranz oder Allergie hat
LG Jutta