Woher kommt Sodbrennen? Eine Erklärung dafür scheint auf der Hand zu liegen:

Zu viel Magensäure lässt den Mageninhalt nach oben in die Speiseröhre steigen und das verursacht unangenehmes Brennen.

Doch halt, so ist das gar nicht immer. Es geht oft genau ums Gegenteil: Zu wenig Magensäure ist Schuld am Sodbrennen.

Natürlich gibt es für Sodbrennen oft andere Ursachen. Deshalb lautet mein Tipp: Man sollte sich in heilpraktische Behandlung begeben, wenn es längere Zeit ein Problem mit Sodbrennen gibt.

Gängige Theorie ist, dass überschüssige Magensäure die Schmerzen verursacht. Das ist aber häufig ein Irrtum. 

Trotzdem werden täglich Säureblocker (Protonenpumpenhemmer) zur Reduzierung der Magensäure verschrieben.

Der Nutzen von diesen Tabletten ist gering, denn der Schmerz verschwindet nur für eine Weile und die Ursache bleibt.

Sodbrennen wegen fehlender Magensäure

Wer sich mit dem Thema Sodbrennen beschäftigt, wird schnell herausfinden, dass es dabei nicht immer um zu viel Säure geht, sondern im Gegenteil sehr oft um einen Mangel an Magensäure.

Wie kann das sein?

Die Stationen der Aufnahme der Stoffe im Körper verlaufen so:

  1. vom Zwölffingerdarm in den
  2. Dünndarm, dann in den
  3. Dickdarm

Dieser normale Weg ist behindert, wenn es zu wenig Magensäure gibt.

Daraus folgt, dass die komplette Verdauung betroffen ist. Die ordentliche Aufspaltung der Nahrungsstoffe ist nicht möglich.

In der Folge kommt es zu den unterschiedlichsten Symptomen, Krankheiten und Nährstoffmängeln.

Zu wenig Magensäure bei Schilddrüsenunterfunktion 

Und jetzt geht es an die Kernfrage: Wieso fehlt eigentlich die Magensäure?

Antwort: 

Bei Unterfunktion der Schilddrüse sind die Drüsen des Magens genauso in Unterfunktion. Deshalb produzieren die Drüsen des Magens zu wenig Magensäure.

Außerdem wird das Gewebshormon Gastrin wird zu wenig gebildet. Gastrin ist notwendig, um die Magensäure zu locken, wenn sie gebraucht wird.

Die Schilddrüse kontrolliert und reguliert den Hormonspiegel des Gastrins, so dass es zu Störungen kommt, wenn die Schilddrüse in Unterfunktion ist.

Die Kette sieht so aus:

Schilddrüse - Hormon Gastrin - normale Magensäure

Ganz klar, dass bei einer Unterfunktion der Schilddrüse auch nicht ausreichend Gastrin und demzufolge zu wenig Magensäure produziert wird.

Solange die Schildrüsenunterfunktion bleibt, wird sich daran nichts ändern.

Sodbrennen bei Hashimoto-Thyreoiditis

Fast die Hälfte aller Leute die eine Hashimoto-Thyreoiditis haben, sollen von einer Autoimmun-Pangastritis betroffen sein. So bezeichnet man die chronische Entzündung der gesamten Magenschleimhaut.

Die verläuft über Jahre so gut wie schmerzfrei, oft erfolgt eine Diagnose erst im Spätzustand. Für die Betroffenen ist das meist überraschend.

Bei der Autoimmun-Pangastritis bildet der Körper Antikörper gegen die eigenen Belegzellen des Magens, was zu einer Zerstörung dieser Zellen führt.

In der Folge gibt es auch zu wenig Magensäure, weil sie nicht mehr ausreichend produziert werden kann.

Die Folge davon ist nun, dass die Magenöffnung nicht mehr richtig schließt und Magensäure in die Speiseröhre nach oben steigt. Auch wenn es nur wenig Säure ist, führt das zu heftigen Schmerzen, die man als Sodbrennen bezeichnet.

Typisch: Husten am Morgen

Typische Symptome sind

  • ständiger Husten und/oder 
  • heftige Hustenattacken am Morgen

Grund dafür: über Nacht im Liegen bewegt sich Magensäure nach oben in die Speiseröhre und wird abgehustet.

Möglicherweise wird eine stille Refluxösophagitis diagnostiziert, so nennt man das Zurückfließen des Mageninhalts in die Speiseröhre. Es werden Magensäureblocker verschrieben. Wie fatal!

Denn das Unterdrücken der wenigen Magensäure ändert absolut nichts an der Grunderkrankung.

Sodbrennen ist lediglich der "rote Blinker", es ist ein Alarmzeichen für andere, tieferliegende Störungen.

Deshalb sollte auch nur für einen kurzen Zeitraum zu so drastischen Mitteln wie Säureblockern gegriffen werden.

Bei Einnahme auf Dauer könnte es sonst zu einem Mangel an Vitamin B12 kommen.

Und das wäre fatal, denn wer eine Autoimmunkrankheit wie Hashimoto-Thyreoiditis hat, ist sehr oft schon drin im Vitamin-B12-Mangel. Genau deswegen kommt es dann überhaupt erst zu Sodbrennen aufgrund fehlender Magensäure!

Was tun bei Sodbrennen wegen zu wenig Magensäure?

Zunächst zwei Tipps, die man nicht zu oft sondern nur als Notmaßnahme anwenden sollte: 

  • Basenmittel (Antazida) neutralisieren die Magensäure und werden gerne bei Sodbrennen eingenommen, weil sie den Schmerz lindern. An der Ursache ändern sie aber nichts.
  • Säureblocker verhindern die Säureproduktion und schalten sie für viele Stunden aus. Magensäure ist aber wichtig für den kompletten Verdauungsablauf, nicht nur im Magen.

Besser als diese Mittel ist eine ganzheitliche Sicht der Dinge und das heißt, sich um die Ernährung zu kümmern, damit die Schilddrüse wieder normal arbeitet. 🙂

Bestelle dazu meinen kostenfreien Newsletter hier, dann bekommst Du laufend Tipps zur Schilddrüsengesundheit, die Dir weiterhelfen. 🙂 

8 schnelle Tipps bei Sodbrennen

Auf die Schnelle gebe ich ein paar Tipps vorab, die in die richtige Richtung führen:

  1. das Essen ausgiebig kauen, jeden Bissen 30 x (so oft ist das gar nicht, es dauert nur seine Zeit 😉 )
  2. das richtige Fett essen 
  3. Bitterstoffe nehmen
  4. abends nicht so spät essen
  5. keine scharfen Gewürze verwenden
  6. Kaffee und Zucker konsequent weglassen
  7. sich genug bewegen (die berühmten 1000 Schritte nach dem Essen)
  8. Reisfasten! Mit einem Tag Reisfasten kann man schon einiges erreichen. Hier gibt es ein Ebook dazu.

Wer das Problem Sodbrennen wirklich aus der Welt schaffen will, wird sich mit ein paar Tipps allerdings nicht zufrieden geben.

Ich hoffe, dass ich mit meinen Schilddrüsentipps, den Ebooks und Onlinekursen weiterhelfen kann!




Quelle für den Beitrag: https://www.doccheck.com/de/detail/articles/5695-ppi-schattenseite-saeureblocker - nur zugänglich für Fachkreise mit Anmeldung


  • Hallo Frau Bruhn!
    Ich hatte jahrelanges Sodbrennen (chronisch). Es wurde bereits eine Entzündung der Speiseröhre festgestellt! Durch Lesen des Buches „Ein Lob der Magensäure“ von Wright, bin ich draufgekommen, dass Sodbrennen fast immer die Ursache von zu wenig Magensäure ist! Nicht zuviel! Die Schulmedizin behandelt hier schon fast grob fahrlässig durch diese Magensäureblocker!
    Sie haben hier vollkommen Recht!

    Durch Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (Betain-HCL = Salzsäure, + Pepsin + Bitterstoffe), wie in dem Buch exakt beschrieben, hat sich mein Sodbrennen in Luft aufgelöst! Keinerlei Brennen mehr, schon seit Jahren. Die Nahrungsergänzungsmittel benötige ich fast nicht mehr! Die Krankheit ist ausgeheilt!

    Jeder, der unter Sodbrennen leidet, sollte unbedingt dieses Buch lesen! Vielleicht können Sie diese Informationen auf Ihrer Seite veröffentlichen und der Allgemeinheit mitteilen!
    LG Roland

  • Sehr geehrte Frau Bruhn,

    ich hatte vor 10 Jahren einen heißen Knoten an der Schilddrüse. Ich bin 1,53, 46kg schwer und leide seit Jahren unter Sodbrennen. Ich war schon in Spezielzentren, doch man hat keine wirkliche Säure gefunden. Ich habe Schluckprobleme, da Schleimhaut lt. HNO geschwollen sei, oberhalb der Schilddrüse. Die Schilddrüse sei in Ordnung. Ich trinke kein Alkohol, Esse gesund, kein Kafee, rauche nicht und meide süßes. Pantoprazol, Ranitidin, omeprazol, Kartoffelstärke, Heilerde, Enzynorm… hat alles keine Besserung erbracht. Was kann ich tun?

  • Ich habe oft Sodbrennen nach dem Essen von fettigen Gerichten. Ich dachte ebenso, dass dies aber an zu viel Magensäure liegt und habe auch Mittel gegen Sodbrennen genommen. Ich hatte dann die genannten Beschwerden nicht mehr. Das in Wahrheit aber Magensäure fehlt, überrascht mich doch sehr. Vielen Dank für die Informationen!

  • Ist Basenwasser (Mineralkomplex) mit einem Ionisator empfehlenswert um Säuren auszuleiten und Mineralien durch die negative Ladung in die Zellen zu bekommen (Orthemolekular) siehe auch Magnesiummangel.

    Daher basische Ernährung mit 2 die Woche Fleisch.
    Viel Nüsse (Mandeln und Walnuss).

    In Japan und anderen Ländern wird der Ionisator sogar in Kliniken angewendet um Krankheiten zu heilen und täglich von der Bevölkerung getrunken.

    Selbstverständlich muss die Ernährung stimmen und ihr Tipps sind dahingehend Gold wert und ich kann sie nur weiter empfehlen.

    Ich leide selbst an Diabetes und Hashimoto.
    Ihre Ernährungsweise ist genau richtig um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

    Ich unterstütze ihre Ansichten und teile sie.

    Viel Erfolg noch und weiter so.

    Mit besten Grüßen

    Targan

  • Guten Tag Frau Bruhn, viele Dank für den informativen Beitrag! Nach der Diagnose eines Reflux und jahrelanger Einnahme von Säureblockern, habe ich begonnen mich über die Symptome und Mangelerscheinungen von zu wenig Magensäure zu informieren. Neben Verdauungsbeschwerden, Füllegefühl, leichten Kreislaufproblemen, gelegentlicher Übelkeit und Sodbrennen leide ich außerdem unter dem Dauherhaften Gefühl eines Fremdkörpers bzw. eines Kloßes im Hals. Das führt zu Schluckbeschwerden und unangenehmen, sehr häufigen Räuspern. Ich leider nun seit Jahren sehr darunter. Kann dies ebenfalls daran liegen zu wenig Magensäure zu haben ? Viele Grüße Nils Astrath

    • Hallo Nils, ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf Ihrem Weg. Nach meiner Erfahrung kann man nicht alles analysieren und erklären.

      Schneller und gründlicher kommt man voran, wenn man die Ernährung korrigiert. Oft weiß man dann hinterher nicht, warum die Beschwerden verschwunden sind. 😉

      Das häufige Räuspern kann mit dem Dickdarm zusammenhängen.

      Herzliche Grüße aus Berlin, Jutta Bruhn

  • Sehr geehrte Frau Bruhn,
    ich bin so froh, dass ich immer eigenverantwortlich war. Seit 20! Jahren habe ich Magenprobleme wie Sodbrennen und ich habe auch den Protonenpumpenhemmer verschrieben bekommen. Jetzt kommt das starke Stück: Ich gehöre der Blutgruppe AB an mit einer geringen Magensäure und bekomme einen Protonenpumpenhemmer verschrieben gegen zu viel Magensäure? Die Protonenpumpenhemmer verstärken in meinem Fall das Problem nur. Ich habe sie zu meinem Glück immer selten eingenommen, weil ich gemerkt hatte, dass sie mir nicht gut taten. Übrigens habe ich auch bei der Blutgruppendiät festgestellt, dass dort Sachen empfohlen wurden für meine Blutgruppe wie Zink und Soja, die ich zum Tod auch nicht abkonnte. Beweisen konnte ich diese Tatsachen sogar über eine Mineralstoffanalyse nach der Einnahme. Woher will auch ein Arzt mit der Blutgruppe 0 wissen, was der Blutgruppe AB guttut? Das Leben besteht nicht nur aus theoretischen Büchern.

    • Hallo Freya, das finde ich absolut richtig, dass man nicht kritiklos Medikamente schlucken sollte.

      Ja, die Blutgruppenernährung wird in der Makrobiotischen Heilküche (MBH) mit einbezogen. Bei der Auswahl vom richtigen Eiweiss ist das sehr wichtig.

      Liebe Grüße

  • Hallo Frau Bruhn, ich nehme seit 13 Jahren Säureblocker, weil angeblich die Magenklappe nicht richtig schließt. Jetzt habe ich mich sehr mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt (auch weil ich unter Arthrose leide und diese hiermit auffangen möchte) und lasse Zucker, Alkohol, Kaffee, alles vom Tier weg und ernähre mich weitest gehend basisch. Im Rahmen dieser Ernährungsumstellung habe ich beschlossen nun den Säureblocker einmal wegzulassen und die Hölle brach los: Säure bis zum Anschlag, Magenschmerzen, Blähungen. Habe inzwischen herausgefunden, dass die Blocker abhängig machen. Nach Absetzen schüttet der Körper extrem Säure aus. Man hat das ja wohl auch bei Menschen ohne Magenprobleme getestet, die hatten dann nach dem Absetzen auch die Säure in der Speiseröhre (Rebound Effekt). Gleichzeitig verhindern die Pillen ja auch die Aufnahme von Vitalstoffen -was meinen ewigen Eisenmangel dann einmal erklärt-
    Ich möchte dringend von der Chemie runterkommen, habe aber keinen Plan wie. Können Sie mir helfen? Vielleicht habe ich ja auch zuwenig Säure? Wie kann ich das herausfinden/heilen? Da ich die Pillen jetzt wieder nehme (war nicht auszuhalten), wird der Backpulvertest ja wohl nicht greifen.

    Herzliche Grüße Claudia

    • Hallo Claudia, Sie sind sehr gut informiert! Ihren Wunsch, die Säureblocker nicht mehr nehmen zu wollen, kann ich nur dringend unterstützen.

      Eine Antwort in Bezug auf die Ernährung ist allerdings nicht in aller Kürze zu geben. Auch müßte man schauen, inwiefern Stress eine Rolle spielt, denn oft kommt es zum Verkrampfen des Muskels am Mageneingang. Dann hat das Ganze sowieso nichts mit Säure zu tun.

      Wenn so lange ein Medikament genommen worden ist, ist auch der Ausstieg längerfristig.

      Bitte bedenken Sie: Basenernährung und vegetarische Kost sind ein neuer, anderer Weg in eine Schieflage. Ich kann beides nicht empfehlen. 🙁

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

      • Der Tipp kein rohes Gemüse zu verzehren hat mich ein Stück weiter gebracht. Möhre u. Kohlrabi ect. abgewellt schmecken auch gut u. enthalten dennoch Vitamine. Geschnippelt mit etwas Bulgur + Miso, ein ideales Frühstück für mich.

        Viele liebe Grüße aus Sachsen-Anhalt
        Marianne

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